Krabbelstube in Lunz am See: Zu wenig Bedarf angemeldet

Erstellt am 18. August 2022 | 16:12
Lesezeit: 3 Min
Famile Kind Symbolbild
Symbolbild
Foto: shutterstock/ Oksana Mizina
Nach wiederholter Bedarfserhebung wird es in Lunz am See keine Betreuung für die Kleinsten durch die Gemeinde geben.
Werbung

40 Fragebögen wurden in den vergangenen Wochen an Eltern in Lunz am See ausgeschickt, nachdem Eltern im Juni eine Unterschriftenaktion für den Erhalt der Krabbelstube initiiert haben (die NÖN berichtete).

Nun legt Bürgermeister Josef Schachner (ÖVP) das Ergebnis vor: „Die verbindliche Bedarfserhebung hat ergeben, dass durchschnittlich maximal 2 bis 3 Kinder pro Tag die Einrichtung in Anspruch nehmen. Dieser Bedarf kann durch Tagesmütter abgedeckt werden.“ Für diese Betreuung gebe es auch einen Zuschuss der Gemeinde. Außerdem würde es noch die Tagesbetreuungseinrichtung in Göstling geben. „Ich bedaure natürlich, dass die Tagesbetreuungseinrichtung nicht weitergeführt werden kann. Wie schon besprochen, entfällt mit Auslauf der Vereinbarung die Förderung der Personalkosten“, argumentiert der Bürgermeister. Es wäre sicherlich auch gegenüber der gesamten Lunzer Bevölkerung nicht vertretbar, meint er, eine Krabbelstube, bei der nach Abzug der Einnahmen Kosten in Höhe von rund 40.000 Euro anfallen, bei einem so niedrigen Bedarf zu betreiben. Durch die Stilllegung der Einrichtung bleiben durch die Anmietung der Räumlichkeiten im Pfarrhof noch Kosten in Höhe 4.800 Euro bestehen. Dieses Mietverhältnis wird laut Schachner beibehalten, falls nach der neuerlichen Bedarfserhebung im Februar 2023 ein Betrieb wieder möglich ist. „Leider sind in der Vergangenheit immer wieder auch Zahlen in die Öffentlichkeit getragen worden, die keine Grundlage haben“, betont der Bürgermeister.

„Es ist wirklich schade, dass es künftig diese aus meiner Sicht notwendige Betreuungsangebot nicht mehr gibt“, meint SPÖ Bezirksvorsitzender und Gemeinderat Andreas Danner. Und fordert: „Es muss künftig einen Anspruch auf die Tagesbetreuung ab einem Jahr geben. Es kann nicht sein, dass die Gemeinden die finanzielle Last tragen müssen. Hier ist eine Öffnung der Kindergärten erforderlich“, nimmt er das Land NÖ in die Pflicht. „Denn auch im Lunzer Kindergarten gäbe es einen Raum, der dafür genutzt werden könnte, die Kleinsten zu betreuen“, erklärt er.

Werbung