Das Virus hat keine Parteifarbe. Über den politischen Schulterschluss im Bezirk Scheibbs in der Corona-Krise.

Von Christian Eplinger. Erstellt am 05. Mai 2021 (04:39)

Ein gemeinsames Pressegespräch der beiden Obleute der Gemeindevertreterverbände von ÖVP und SPÖ. Beide Seiten loben einander für die wertschätzende Zusammenarbeit auf Bezirksebene in Zeiten der Pandemie und unterstreichen, dass man sich aufeinander verlassen könne. Der gemeinsame Feind – das Virus – eint zumindest auf Bezirksebene allemal, auch wenn man bundespolitisch manch andere Töne zwischen den beiden Parteien hört. Aber das ist weit weg in Wien.

Das Einende gilt auch für den zweiten gemeinsamen „Feind“: die FPÖ. Deren Landtagsabgeordneter prescht immer wieder mit provozierenden Forderungen in die Öffentlichkeit. Dass er sich zuletzt auch das Ende der Ausreisekontrollen auf die Fahnen heften wollte, brachte das Fass bei ÖVP/SPÖ zum Überlaufen. Verwunderlich? Nein. Aus der zweiten Reihe zu kritisieren, ist immer einfacher, als in der ersten Reihe zu sitzen und Verantwortung zu übernehmen – oder als Freiwilliger in den Teststraßen mitzuarbeiten.