Ein politischer „Racheakt“. Über Kommunalpolitik und persönliche Ressentiments.

Von Christian Eplinger. Erstellt am 21. Oktober 2020 (03:14)

Freunde werden Martin Ploderer und Gerhard Schmid sicher keine mehr. Spätestens seit der jüngsten Lunzer Gemeinderatssitzung ist die Kluft von SP-Gemeinderat Schmid und dem ehemaligen Lunzer VP-Bürgermeister unüberwindbar. Er sei ein Diktator gewesen und es hätte kein Miteinander gegeben, begründete Schmid in der öffentlichen Sitzung die Ablehnung der Ehrenbürgerschaft durch die SPÖ.

Dabei zeigt ein Blick auf Ploderers Amtszeit ein anderes Bild. 95 Prozent der Gemeinderatsbeschlüsse in den 19 Jahren unter Ploderer waren einstimmig. In den ersten fünf Jahren seiner Amtsperiode gab es sogar einen zweiten SP-Vizebürgermeister – bis heute einzigartig im Bezirk. Dass eine Minderheitsfraktion bei vielen Punkten am kürzeren Ast sitzt, ist Fakt. Dass aber persönliche Ressentiments dann soweit eine Rolle spielen, Leistungen des politischen Gegenübers nicht anzuerkennen, hat in der Kommunalpolitik nichts zu suchen. Und dass sich eine ganze Fraktion dafür einspannen lässt, schockiert gleich doppelt.