Gesundheit als heiße Kartoffel. Über neue Strukturen im Gesundheitsbereich.

Von Christian Eplinger. Erstellt am 17. März 2021 (04:35)

Die Zeit der Einzel-Kassenpraxen scheint in vielen Gemeinden ein Auslaufmodell zu werden. Scheibbs, Gresten und Wieselburg sind dafür gute Beispiele – und zwar sowohl im Bereich der Allgemeinmediziner als auch der Fachärzte. Der Trend geht hin zu Gruppenpraxen, Jobsharing-Modellen oder Primärversorgungseinheiten. Auch in Purgstall war dies die einzige Chance, die medizinische Versorgung langfristig zu sichern – mit finanzieller Unterstützung der Gemeinde.

Ob dieser Trend gut oder schlecht ist, will ich nicht beurteilen. Junge Ärzte wollen ihre Work-Life-Balance. Das ist ihr gutes Recht. Eines sollte aber auch in Stein gemeißelt sein: Bei der Medizin darf es nicht nur ums Geschäft gehen. Hier geht es um soziale Verantwortung und Versorgungssicherheit der Patienten. Es ist daher Zeit, dass die „Big Player“ – Politik, Kammern und Krankenkassen – gemeinsam neue Strukturen schaffen und nicht die Verantwortung wie eine heiße Kartoffel hin- und herschieben.