Kirchturmdenken ist fehl am Platz. Über den Austritt von St. Anton vom Naturparkverein.

Von Christian Eplinger. Erstellt am 13. Mai 2020 (05:01)

Na bumm. Ausgerechnet die Gemeinde, aus der die amtierende Obfrau kommt, tritt aus dem Naturparkverein aus. Und das in seinem 50ten Jubiläumsjahr. Ein großer Brocken, an dem die verbleibenden vier Gemeinden aber auch die Tourismusverantwortlichen der Region ganz schön zu kauen haben. Der größte Naturpark Niederösterreichs, der auch mit seiner Konzepterstellung Vorbildwirkung haben wollte, steht vor einer schwierigen Aufgabe.

Leider ist das Kirchturmdenken noch immer vorhanden. Auch wenn die Landesausstellung 2015 und die daraus resultierenden Geldmittel für den Naturpark kurzzeitig zusammengeschweißt haben, das Hemd ist so manch Beteiligten doch näher als der Rock. Nur gerade im Tourismus und besonders in der aktuellen Situation ist dieses Denken völlig fehl am Platz. Gemeindesouveränität hin oder her, hier muss das gemeinsame Ganze vor den Einzelinteressen stehen. Daher alle Beteiligten zurück an den Verhandlungstisch und eine gemeinsame Lösung suchen – und wenn es nicht anders geht, dann muss „von oben“ eine Direktive kommen.