Kultur ist da, um wachzurütteln

Erstellt am 10. März 2020 | 05:23
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Über unangenehme Redner und unpassende Adressaten.

Es ist durchaus üblich, dass (inter)nationale Preisverleihungen von den Geehrten oder den Laudatoren dazu genutzt werden, politische Statements abzugeben. In heimischen Gefilden ist das eher Neuland. Umso mehr überraschte Johann Pöcksteiner, Obmann des Vereins „Willkommen“, bei der Kulturpreisverleihung in Scheibbs am Freitag mit seinen „Dankesworten“. Dankesworte, die harsche Kritik an der österreichischen, ÖVP-dominierten Flüchtlingspolitik in Bund und Land beinhalteten.

Ja darf er das denn? Ja. So lange die Kritik sachlich bleibt – und das war sie. Kultur ist auch dazu da, um wachzurütteln. Den Kulturpreis an den Verein „Willkommen“ zu vergeben, war im Grunde schon ein politisches Statement.

Dass die Kritik zwei Adressaten im Publikum besonders traf, die zwar hinter der ÖVP-Linie stehen, aber gerade zuletzt sich auch als Unterstützer des „Willkommen“-Vereins hervorgetan haben (Losverkauf für das Benefizkonzert), verleiht dem Ganzen einen Schönheitsfehler.