Kunst darf und soll polarisieren. Über ein Kunstprojekt mitten im Naturpark Ötscher-Tormäuer.

Von Christian Eplinger. Erstellt am 23. September 2020 (04:36)

Die Meinungen über die Installation einer mehr als zwei Meter hohen Tourist-Information-Fassade in der Steilwand des Mirafalls im Naturpark Ötscher-Tormäuer gehen auseinander. Für die einen ist es ein geniales Kunstprojekt und begehrtes Fotomotiv, für die anderen eine Verschandelung der Natur. Eines ist dem Kunstprojekt „Cliffhanger“ aber gewiss: Es polarisiert und man spricht darüber.

Das ist gut so, vor allem wenn man sich mit dem Hintergrund des Projekts beschäftigt. Es geht um die Frage: Quo vadis, Tourismus? Eine Frage, die man sich gerade im Corona-Jahr stellen muss. Heimische Ausflugsziele dürfen sich heuer über gesteigerte Besucherzahlen freuen. Demgegenüber stehen die Natur und die Bewohner vor Ort, auf deren Kosten oft gesteigerte Besucherzahlen gehen. Im Naturpark Ötscher-Tormäuer ist der Ansturm an schönen Wochenenden sehr groß. Daher muss man sich jetzt die Frage stellen: Wohin geht die Reise? „Cliffhanger“ soll diese Diskussion ins Bewusstsein rücken.