So schießt man sich ins Abseits. Über wachsendes Unverständnis in der Bevölkerung.

Von Christian Eplinger. Erstellt am 14. Oktober 2020 (01:51)

„Sowohl die rohe Sieben-Tagesanzahl an neu auftretenden Erkrankungen als auch die risikoadjustierte Anzahl liegen unter dem Wert für mittleres Risiko. Das Kriterium, dass diese Werte drei Wochen lang unter dem Signalwert für hohes Risiko liegen, wurde nicht erfüllt. (...) Daher wird die Situation weiterhin mit hohem Risiko bewertet.“

So lautete am Donnerstag die Empfehlung der Ampel-Kommission für den Bezirk Scheibbs. Eine Empfehlung, der Gesundheitsminister Anschober zustimmte, trotz aller Einwände und Bitten aus der Region. Im Bezirk versteht man diese Maßnahme nicht. Man hat die zweitniedrigsten Werte bei den Neuinfektionen absolut und relativ gesehen in ganz Niederösterreich, eine hohe Aufklärungsquote, nur zwei belegte Spitalsbetten und trotzdem ist man „Hochrisikogebiet“. So schießt sich die Kommission selbst ins Abseits – und riskiert, dass Maßnahmen nicht mehr verstanden und eingehalten werden. Der Schuss könnte nach hinten losgehen. Gefährlich!