Wenn die Quote zum Zwang wird. Über das fix verordnete Reißverschluss-System der ÖVP.

Von Christian Eplinger. Erstellt am 25. Juni 2019 (05:00)

Mann-Frau-Mann-Frau – oder umgekehrt. Sebastian Kurz hat seiner Partei das Reißverschluss-System bei der Erstellung von Wählerlisten auf‘s Aug gedrückt. Der Bundesparteivorstand hat es abgesegnet. Damit gilt es für die ÖVP in jedem Wahlkreis als Dogma.
2017 war das noch nicht das große Problem.

Da kam parallel zum Reißverschluss-System das Vorzugsstimmen-Modell. Heuer ist es anders. Die ÖVP verzichtet auf das Vorzugsstimmen-Modell. Durchaus verständlich, dass man nach nur eineinhalb Jahren die Kandidaten nicht wieder bis aufs Letzte um sein Hemd/seine Bluse laufen lässt. Gleichzeitig hätte man aber auch das Reißverschluss-System aufheben müssen.

Denn so ergeben sich Schein-Kandidatenlisten wie jene im Wahlkreis Mostviertel. Dass der Bezirk Scheibbs da nicht mitspielt und eine junge Kandidatin „verheizen“ will, die 2017 einen beachtlichen Erfolg erzielte, ist durchaus löblich. Manchmal ist der Zwang zur Quote auch ein Hemmschuh.