Wenn plötzlich alles still steht. Christian Eplinger über Cyberkriminalität im großen Stil.

Von Christian Eplinger. Erstellt am 19. Februar 2019 (05:00)

Nein, der Kommentar-Titel spielt auf kein Weltuntergangsszenario oder eine Naturkatastrophe an. Er bezieht sich auf die vergangene Woche und die Firma Wittur – im speziellen auf die Scheibbser Niederlassung des weltweit agierenden Aufzugkomponentenherstellers. Eine Hacker-Attacke auf die Datenbank legte das Unternehmen für vier Tage praktisch lahm. Rund 100 Server an allen 16 Firmenstandorten weltweit standen still. Cyberkriminalität im großen Stil, die man so eigentlich nur aus dem Kino kennt. Diese Woche war Scheibbs der Schauplatz des Kinofilms – und er war Realität.

Dass die Wittur-Geschäftsleitung zumindest nach außen hin relativ gelassen auf die Vorfälle reagierte, zeigt, wie gut die Firma aufgestellt ist. Denn selbst wenn große Teile der Produktion vier Tage lang still standen, ist der wirtschaftliche Schaden verkraftbar. Der Vorfall zeigt aber auch, dass ein gewisser Lagerbestand selbst im Zeitalter der „Just-in-time-Philosophie“ kein Nachtteil ist.