Das Runde und das Eckige. Über Umwälzungen in der Fußball-Welt.

Von Armin Grasberger. Erstellt am 23. Juli 2019 (02:12)

Irgendwie hat sich etwas verändert. Da hat Rudolf Vogel schon recht. Der Neo-Trainer des SC Wieselburg bemängelt die Motivation vieler jungen Kicker. Das Eckige sei heute oft wichtiger als das Runde, das Tablet wichtiger als der Ball.

Irgendwie korrespondiert die Einschätzung auch mit dem Umstand, dass die Anzahl der Fußballvereine in Niederösterreich in den letzten Jahren rapide abgenommen hat. Nachzulesen übrigens in dieser Ausgabe auf den Seiten 2 & 3.

Irgendwie bleibt das aber trotzdem nur ein Teilaspekt. Der technische Fortschritt ist nicht Schuld am Niedergang der Vereine. Früher da war es das Radio, das Anstand und Moral der Jugend gefährdet hat. Dann das Fernsehen. Jetzt ist es das Internet. Gesellschafts- und medientheoretische Schwarzmalerei.

Rudolf Vogel hat das natürlich so nicht gesagt. Bitte nicht falsch verstehen. Seine pointierte Aussage dient lediglich als Ausgangspunkt für weitere Überlegungen. Er hat im Interview auch andere, hoch interessante Themenbereiche angeschnitten. Frühe, überregionale Jugendförderung in etwa. Eine gute Sache, einerseits. Andererseits dünnen dadurch die Kaderdecken der kleinen Vereine aus, die ohnehin schon mit sinkenden Geburtenzahlen zu kämpfen haben. Die Gesellschaft verändert sich. Und mit ihr eben auch der Fußball.