Ein kleines Dorf als Vorbild. Raimund Holzer über ein Projekt, das mit vielen Vorurteilen aufräumt.

Von Raimund Holzer. Erstellt am 23. Juni 2014 (14:38)

Die Aufregung war 2003 groß: Ausgerechnet Puchenstuben sollte ein Flüchtlingsheim bekommen, ausgerechnet der kleinste Ort des Bezirks! Zahlreiche Gerüchte machten die Runde. Ängste – auch berechtigte – wurden geweckt und nur allzu gerne auch geschürt. Bei einer Informationsveranstaltung im Hallerhof gingen die Wogen hoch. Bürgermeister Christian Kogler, von Anfang an ein Befürworter des Projekts, hatte Mühe, sie zu glätten.

Und heute? Der Alpenhof, seit damals kurzfristige, neue und sichere „Heimat“ von Asylwerbern, wird saniert, um die ordentliche Unterbringung der Menschen, die aus ihren Heimatländern wegen oft unvorstellbarer Vorkommnisse flüchten müssen, zu gewährleisten.

Puchenstuben ist Österreichs „Lampedusa“, das Verhältnis von „Hiesigen“ zu „Dosigen“ extrem. Und trotzdem zeigt dieses kleine Dorf, was Menschlichkeit bedeutet, wie im Alltag oder in der Schule „Asyl“ gewährt werden kann, sichere Zuflucht, Schutz vor Verfolgung. Da könnten sich viele größere Orte ein Beispiel nehmen ...