Eine Frage der Philosophie

Armin Grasberger über den Status der Reserveteams.

Erstellt am 24. April 2018 | 05:00
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Drastische Worte fand Thomas Kern, Trainer des Gebietsligisten SV Oberndorf, am vergangenen Wochenende für die Konkurrenz aus St. Georgen/Steinfelde. „Solche Vereine gehen mir gehörig auf die Nerven.“ Oha. Was war passiert?

Die Kurzversion: Die Gäste traten nicht zum U23-Match an. Oberndorfs Reservemannschaft war zur Untätigkeit verdammt. Das ärgerte Kern. Der stellte im Gespräch mit der NÖN Erlauftal die „Philosophiefrage“. Und er stellte sie völlig zu Recht. Die Reserveteams der Vereine haben eine wichtige Aufgabe. Sie sollen hoffnungsvolle Talente Schritt für Schritt an den Kampfmannschaftsbetrieb heranführen. Für manch talentierten Jungkicker wäre der Sprung vom Nachwuchs direkt in die Erste zu groß.

Einige Clubs behandeln die „Revue“ aber eher stiefmütterlich. Ihnen genügen „16 oder 17 gute Spieler für die Kampfmannschaft“, daher „pfeifen sie auf den Nachwuchs“. Und damit vernachlässigen sie eine der Kernaufgaben eines Fußballvereins. Selbstverständlich will jeder Sportler gewinnen. Immer. Ein Verein soll aber zuallererst der Region dienen, in der er beheimatet ist. Ein soziales Bindemittel sein, einen Ort der Begegnung und des Miteinander schaffens. Pfeift man auf den Nachwuchs, pfeift man auch auf diese Aufgabe.