Es ist ein Zeichen der Zeit. Armin Grasberger über schnelle Hilfe, die große Probleme nicht lösen kann.

Von Armin Grasberger. Erstellt am 27. November 2018 (05:00)

Das hat so wohl auch niemand kommen sehen. Damian Misan verlässt also die ASKÖ Lunz am See und wechselt zum FC Göstling. Der Pole steht für Treffsicherheit. Mit 37 Treffern schoss er die Lunzer in 22 Spielen der Saison 2017/18 quasi im Alleingang zum Vizemeistertitel der 2. Klasse Ybbstal.

Misan steht außerdem für schnelle Hilfe. Der FC Göstling will seine Angriffsabteilung nicht irgendwann verbessern, sondern jetzt. Deshalb holen sich die Ybbstaler Unterstützung von außen. Nach Möglichkeit soll es nicht bei Misan alleine bleiben. Weitere Gespräche werden geführt. Eine Vorgehensweise, die vertraut klingt. Erst in der Vorwoche hatte Thomas Schwaigerlehner, Obmann des ASV Kienberg/Gaming, eingestanden, dass die Kampfmannschaft aktuell ohne Legionäre nicht konkurrenzfähig sei.

Bevor sich jemand auf die Zehen getreten fühlt: Das ist bestimmt keine Kritik an der Nachwuchsarbeit. Vielmehr ist das alles ein Zeichen der Zeit. Kleine Vereine kämpfen in vielen Regionen (nicht nur im Bezirk) mit der demografischen Entwicklung. Wenn es nur noch halb so viele Kinder wie vor 15 Jahren gibt, gibt es eben weniger Kicker. Auch wenn es schmerzhaft ist: Die Zusammenlegung benachbarter Kampfmannschaften wird in Zukunft wohl immer attraktiver werden.