Frohe Weihnachten

über abgesagte Veranstaltungen und zwischenmenschliche Klüfte.

Erstellt am 17. November 2021 | 02:43

15. November: Ein (geimpfter) Mitarbeiter verabschiedet sich beim Verlassen des Büros mit „Frohe Weihnachten. Wer weiß, ob wir uns bis dahin noch sehen.“

Sarkastisch? Ja. Völlig aus der Luft gegriffen? Nein. Aktuell hagelt es Absagen – im Kultur- und Veranstaltungsbereich und der Gastronomie. Weihnachtsfeiern sind genauso gestrichen wie Martinsfeste in den Kindergärten – wenn auch aus unterschiedlichen Motiven. Will man auf der einen Seite nicht Teile der Belegschaft ausgrenzen, fürchtet man auf der anderen Seite die erhöhte Ansteckungsgefahr. Geradezu grotesk wirkt es da, wenn über 200 Corona-Demonstranten ohne Maske und Abstand ungeimpft aufmarschieren. Das macht die zwischenmenschliche Kluft nicht kleiner. Über diese Gräben Brücken zu bauen, wird auch nach der Pandemie eine große Herausforderung bleiben – egal, auf welcher Seite man steht.