Gaming

Erstellt am 13. November 2018, 04:00

von Armin Grasberger

Hoher Flug und tiefer Fall. Armin Grasberger über den Absturz des ASV Kienberg/ Gaming.

Die Geschichte von Ikarus dürfte bekannt sein. Falls nicht, eine kurze Zusammenfassung. Dädalus und sein Sohn Ikarus wurden in ein Labyrinth verbannt, der Papa bastelte zu Fluchtzwecken Flügel, verwendete dafür Wachs, der Sohn flog zu nah an die Sonne, das Wachs schmolz, Absturz. Ikarus starb. Die Episode aus der Griechischen Mythologie steht seit Jahrhunderten für die Gefahren des Übermuts, des Zu-viel-Wollens.

Der ASV Kienberg/Gaming ist zwar nicht gestorben, seit dem knapp verpassten Meistertitel in der Saison 2016/2017 aber massiv abgestürzt. In der Hinrunde der 2. Klasse Alpenvorland feierte die Truppe von Coach Franz Karner nur einen einzigen Sieg. Auffallend ist die aktuell enorm dünne Kaderdecke.

Geburtenschwache Jahrgänge sind für einen kleinen Verein äußerst schwer abzufedern. Wenn dann die wenigen Spieler die es gibt, irgendwann auch noch die Lust verlieren, dann klafft in der Struktur des Clubs ein riesiges Loch. Warum das Interesse der Kienberger Kicker an ihrem ASV so enden wollend ist, kann von außen schwer gesagt werden. Und natürlich ist es legitim, nach Höherem zu streben. Eventuell wäre nach dem Höhenflug aber der Zeitpunkt gewesen, der Jugend eine Chance zu geben, anstatt den Kader mit Legionären aufzufüllen.