Anonymität = Feigheit. Christian Eplinger über das Verstecken in der anonymen Masse.

Von Christian Eplinger. Erstellt am 01. November 2016 (05:00)

Seine Meinung zu äußern und sie zu öffentlich zu vertreten. Das gehört in der Demokratie zum Recht auf Meinungsfreiheit. Social Media Plattformen und diverse Kommentar-Funktionen auf Webseiten oder bei Internet-Artikeln haben das in den letzten Jahren forciert. Grundsätzlich positiv. Man kann schnell und einfach reagieren, Feedback geben, andere Gesichtspunkte einbringen.

Doch im Internet-Zeitalter verstecken sich viele gerne in der anonymen Masse. Ein beliebiges Profil oder ein Nickname sind schnell erstellt – und schon kann kritisiert, kommentiert und sogar beschimpft werden. Oder man stellt einfach Behauptungen auf, ob wahr oder falsch, was soll‘s. Hauptsache der andere ist „angepinkelt“.

Jetzt kursieren im Bezirk zwei anonyme Initiativen – nicht via Internet, sondern auf gutem, alten Papier. Dennoch bleiben die Absender anonym, verstecken sich in einer Gruppe, ohne zu sagen, wer sie sind. Das ist einfach feige. Wer eine Meinung hat, sollte dazu stehen. Dann kann man auch offen diskutieren – egal ob im Internet oder von Angesicht zu Angesicht.