Bitte raus mit den Fakten. Über Transparenz bei öffentlichen Großaufträgen.

Von Christian Eplinger. Erstellt am 30. Dezember 2020 (03:47)

Sieben Monate nach dem Brückeneinsturz bei der Umfahrung Wieselburg hat die Expertenkommission ihren Endbericht erstellt. Unter der Leitung des Forschungsbereichs Stahlbetonbau der TU Wien untersuchten Experten der Bereiche Betontechnologie, Statik und Bodenbeschaffenheit in Abstimmung mit der bauausführenden Arbeitsgemeinschaft und dem Brückenplaner drei der insgesamt 17 Brückenbauwerke der Umfahrung. Statik, Material, Arbeit der örtlichen Bauaufsicht und Bewehrung der Brücke wurden unter die Lupe genommen.

Und jetzt? Jetzt wird dieser Endbericht unter Verschluss gehalten. Aufgrund laufender Verhandlungen heißt es offiziell. Okay. Man darf verhandeln. Es geht ja um Schadensersatzansprüche. Nichtsdestotrotz hat die Öffentlichkeit ein Recht darauf, in Bälde zu erfahren, was wirklich die Einsturzursache war – und auch, wer dafür haftet. Immerhin geht es bei dem Gesamtprojekt um mehr als 80 Millionen Euro Steuergeld. Da ist Transparenz oberstes Gebot.