Es ist niemals „nur“ Routine. Christian Eplinger über Retter, die zu Opfern werden.

Von Christian Eplinger. Erstellt am 07. Juni 2017 (05:00)

Am Sonntag wurden in Hollenstein die langjährigen Bergretter der Ortstellen im westlichen Niederösterreich vor den Vorhang gebeten. Es war ihre große Ehrungsfeier.

Dass just an diesem Tag nur wenige Kilometer Luftlinie entfernt in der Steiermark ein Retter selbst zum Opfer wurde, macht bewusst, welches Risiko die Retter bei Einsätzen immer wieder für andere Menschen in Kauf nehmen.

Noch kennt man die Unfallursache dieses Absturzes nicht. Bei der Taubergung mit dem Polizeihubschrauber hatte sich das Seil aus der Verankerung gelöst. Die Untersuchungen laufen. Doch den 28-jährige Alpinpolizisten und auch die 47-jährige Wiener Wanderin bringen die Ergebnisse – egal wie sie ausgehen – nicht mehr zurück ins Leben.

Dabei schien alles ein Routineeinsatz zu werden. Das Wiener Ehepaar hatte sich in der Eibelschlucht vergangen, war erschöpft und setzte wegen des schlechter werdenden Wetters einen Notruf ab. Die Rettung verlief problemlos bis zu jenem verhängnisvollen Zeitpunkt. Das zeigt einmal mehr auf tragische Art und Weise: Für die Retter ist kein Einsatz nur Routine.