Kann man den Gipfel sehen?. Über die zumindest partielle Rückkehr des Fußballs.

Von Armin Grasberger. Erstellt am 27. Mai 2020 (00:45)

Beim Sporteln passiert im Körper bekanntlich allerhand. Ein regelrechter Hormoncocktail flutet den Organismus. Substanzen, die ansonsten nur auf Rezept und nach vorangegangener Empfehlung eines Therapeuten erhältlich wären, zirkulieren von ganz alleine im System. Man fühlt sich gut. Ungeschlagen diese Kombination aus Mattheit und Glückseligkeit.

Süchtig ist in diesem Zusammenhang mit Sicherheit das falsche Wort. Da würden wir uns schon in anderen, dunkleren Sphären bewegen. Jeder Sportler kennt allerdings definitiv jenes Gefühl, das einen nach längerfristiger Bewegungs-Abstinenz überkommt. Abgeschlagen, müde, unleidlich, zach. Der Hormoncocktail fehlt, die soziale Interaktion fehlt. Schlicht: Der Sport fehlt. Entzug.

Die Bezirkskicker sind vor dieser generellen Unrundheit ab sofort wieder besser geschützt als in den vergangenen, seltsamen Wochen. Das Training ist, wenn auch nur unter bestimmten Bedingungen, wieder erlaubt. Sicherheit geht vor. Aber was muss das für ein Gefühl sein, nach über zwei Monaten endlich wieder die Fußballschuhe schnüren zu können, die Teamkollegen zu sehen, einen weiten Pass zu spielen, die Kugel ins Netz zu fetzen. Wunderschön!

Und doch nicht ganz wie früher. Weil, ein bissl was fehlt dann doch noch. Vermutlich vergleichbar mit den Geisterspielen der Deutschen Bundesliga im TV. Allein das satte Grün des Rasens löst tief drinnen etwas aus. Stichwort Hormoncocktail. Der Gipfel des Genusses ist es zwar auch nicht. Aber das hier, das ist zumindest einmal ein Anfang.