Erstellt am 17. Januar 2017, 05:00

von Armin Grasberger

Keine falsche Bescheidenheit. Armin Grasberger über die Ambitionen in Oberndorf.

Sportler sind im Regelfall ausgesprochen abergläubische Gesellen. Rituale in den verschiedensten Ausformungen sollen helfen, Fortunas Gunst zu erwerben und vor allem dauerhaft zu sichern. Rituale bringen außerdem ein gewisses Maß an Verlässlichkeit, einen Rahmen, an dem man sich orientieren kann.

Eines der bekanntesten Fußballrituale ist wohl, das Wort mit „M“ so lange wie möglich nicht in den Mund zu nehmen. Meisterschaft. Zu früh vom Titel zu reden bringt angeblich Unglück. Die Saison endet, unausweichlich, in einem Tränenmeer. In Wahrheit ist das aber lediglich die sportspezifische Ausformung des unsäglichen „Was sollen denn die Leute denken?“ Man könnte ja seine gesteckten Ziele nicht erreichen und wäre dann dem Spott und Hohn der Kleingeister ausgeliefert.

Beim SV Oberndorf pfeift man auf diese Ängste. Zu Recht. Die Entwicklung, welche die Melktaler in den vergangenen Jahren durchlaufen haben, lässt gar keinen anderen Schluss zu. Der SVO hat sich kontinuierlich gesteigert und zählt jetzt zu den Mitfavoriten auf den Meistertitel in der Gebietsliga West. Das auszusprechen hat nichts mit Überheblichkeit zu tun, sondern zeugt von gesundem Selbstbewusstsein.