Mehr als nur die „Quotenfrau“. Christian Eplinger über die erste Nationalrätin aus dem Scheibbser Bezirk.

Von Christian Eplinger. Erstellt am 20. März 2018 (04:03)

Am Donnerstag soll Renate Gruber im Parlament angelobt werden. „Soll“, denn bis zuletzt war nicht sicher, wie sich der Ybbser Bürgermeister Alois Schroll verhalten werde. Er steht auf dem zweiten Platz der Wahlkreisliste, hat noch nicht auf das Mandat verzichtet und könnte daher dieses auch antreten. Ein Mandat, das ihm laut Wählerwillen durchaus zustünde. Allerdings würde er damit gegen einen Landesparteivorstandsbeschluss und das SPÖ-Parteistatut verstoßen, das die Nachfolge strikt nach Frauenquote regelt. Damit stünde er politisch im Aus. Ein (zu?) hohes Risiko.

Für Renate Gruber ist der Nationalrat eine überraschende Chance, im politischen Spiel weiterhin mitten drin statt nur dabei zu sein. Allerdings vorerst „nur“ als Quotenfrau. Auf Landesebene hat sie bewiesen, dass sie mehr als das ist. Das wird auch die Herausforderung für Gruber als Nationalratsabgeordnete. Fünf Jahre hat sie Zeit, um sich dort zu etablieren. Denn dann geht es im Wahlkreis wieder um die Listenreihung – und da werden die größeren Bezirke Amstetten und Melk auf ihre Stärke pochen.