Nicht Zeit für Schuldzuweisung. Jutta Streimelweger über das Zugunglück in Wieselburg.

Von Jutta Streimelweger. Erstellt am 25. Oktober 2016 (05:00)

Wenn etwas Tragisches passiert, beginnen bei vielen Menschen die Rädchen zu rattern: Wie konnte das geschehen? Wer ist schuld? Was lief falsch? Wie hätte sich der Unfall verhindern lassen? Dass einem im ersten Moment solche Fragen in den Kopf schießen, ist verständlich und richtig, eine rasche Aufklärung unbedingt notwendig.

Aber pauschale Schuldzuweisungen, wie sie in Sozialen Medien nach dem Zugunglück in Wieselburg kursieren, sind weder hilfreich für die Opfer, noch sinnvoll für die Ermittlungen. Es liegt am Untersuchungsteam, zu klären, wie es zu dem Unfall kam, nicht an selbst ernannten Facebook-Moralaposteln. Zu Recht haben FF und Rettung auf ihren Seiten gegen solche Kommentare mobil gemacht.

Natürlich verlangen alle nach Antworten, denn das Unfassbare soll fassbar, begreifbar werden. Doch der Weg zu den Antworten liegt nicht in pietätlosen Kommentaren, sondern in der genauen Analyse des Geschehenen. Denn die vielen Fragen, die dieses Unglück aufwirft, müssen geklärt werden. Aber eben auf Basis von Fakten und nicht bloßen Hörensagens.