Obsternte ist Fluch und Segen. Claudia Christ über die niedrigen Preise bei der Obsternte.

Von Claudia Christ. Erstellt am 18. September 2018 (04:00)

Die Ernte fällt für die Obstbauern im Bezirk heuer besonders üppig aus. Die Bäume sind übervoll mit reifen Früchten. Zeit also, die Ernte einzufahren und daraus Ertrag zu schöpfen.

Aber wie es so ist im Leben, hat alles Gute auch seine Kehrseite. Denn durch den Überschuss fällt der Preis in den Keller. Ein Faustschlag ins Gesicht für jeden Obstbauern, wenn man bedenkt, dass die Genossenschaften für eine Tonne Fallobst derzeit höchstens 80 Euro bezahlen.

Ein Preis, bei dem es sich für den Bauern oftmals nicht mehr lohnt, das Obst einzusammeln. Es verrottet einfach so vor sich hin. Eine Schande eigentlich, wenn man bedenkt, dass regionale Produkte und Bioqualität beim Konsumenten mehr denn je gefragt sind.

Doch der Mensch neigt zum Perfektionismus. Und so muss auch unser Obst perfekt aussehen – ohne Druck- und Fäulnis-Stellen. Ich glaube, es wäre an der Zeit, hier umzudenken. Als „Gesunde Jause“ in der Schule oder als vitaminreiches Angebot in Sozialmärkten wäre das liegengebliebene Obst ein wertvoller Beitrag zur Gesundheitsvorsorge.