Und plötzlich hat Asyl ein Gesicht. Christian Eplinger über das drohende Schicksal der Familie Omar.

Von Christian Eplinger. Erstellt am 26. Juni 2018 (05:00)

2015 rollte die Flüchtlingswelle über Österreich herein. Es überwogen die Abwehrhaltung und die Ängste vor den „Ausländerschwärmen“. Ängste, mit denen in den vergangenen Jahren Politik gemacht wurde und noch immer wird. Jetzt mehren sich die Abschiebungen gut integrierter Flüchtlinge.

Kein Wunder. Seit 2015 ist viel Zeit vergangenen. In etlichen Gemeinden fanden sich engagierte Mitmenschen, die sich um die Integration der Asylsuchenden erfolgreich bemühten. So auch in Wang. Zweieinhalb Jahre lebt die achtköpfige kurdische Familie Omar aus dem Irak schon in dem 1.340-Einwohner-Dorf. Sie haben eine neue Heimat gefunden. Die Kinder sprechen Mostviertlerisch. Das Jüngste kam in Scheibbs zur Welt. Der Vater ist Schülerlotse.

Wenn man den aktuellen Bescheid des Bundesamtes für Fremdenwesen und Asyl liest, meint man, ein Schwerverbrecher steht vor einem. Und so werden er und seine Familie teilweise leider auch von offizieller Seite behandelt. Dabei sollte sich gerade die offizielle Seite hinterfragen. Man macht zweieinhalb Jahre gute Integrationsarbeit zunichte. Wofür?