Vom richtigen Zeitpunkt. Über das Karriereende von Lars Enöck

Von Armin Grasberger. Erstellt am 20. Mai 2020 (10:07)

„31 ist ja noch kein Alter“, sagt Lars Enöckl. Das ist prinzipiell richtig. Er sagt allerdings auch: „Goodbye racing!“ Der Lunzer beendet seine beeindruckende Karriere und zieht einen Strich unter neun Jahre Hard-Enduro auf allerhöchstem Niveau.

Erstmals aufgetaucht sind die Rücktrittsgedanken im Juni 2019. Bei der „Hixpania“ kam Enöckl zu Sturz und brach sich die Kniescheibe. Allerdings stand für ihn schnell fest: „So möchte ich nicht aufhören. Den Zeitpunkt will ich selbst bestimmen.“ Also kämpfte er sich zurück auf sein Bike, zurück in den Enduro-Zirkus. Das ging mit enormem persönlichem Aufwand einher. Und genau hier findet sich der verständliche Grund, warum jetzt doch Schluss ist. Obwohl 31 eben kein Alter ist.

Lars Enöckl war niemals professioneller Hard-Endurist. Zumindest was die zur Verfügung stehenden Mittel betraf. Der Einsatz, den er an den Tag legte, der war sehrwohl eines Profis würdig. Lange war es somit möglich, zwei Leben zu leben. Jenes des erfolgreichen Spitzensportlers und jenes des arbeitenden Familienvaters. Geschafft hat er das alles auch dank eines verständnisvollen Umfeldes. Dessen ist er sich bewusst. „Ohne die Menschen, die mich all die Jahre begleitet und unterstützt haben, wäre das nicht möglich gewesen.“

In seinem letzten Interview behauptet Lars Enöckl von sich selbst, kein Risikomensch zu sein. Diese Selbsteinschätzung passt bestens zur Entscheidung, seine Karriere jetzt zu beenden. Die Karriere eines Idealisten, eines Motorsportverrückten. Die Karriere von Österreichs bestem Hard-Enduristen.