Vorsicht vor dem Déja-Vu

Karin Katona über die wichtige Frage nach der Loyalität.

Karin Katona
Karin Katona Erstellt am 08. Januar 2019 | 05:00
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Es sah aus wie eine „g’mahte Wiesn“: Durch Fraktions- und Vorstandsbeschluss bestätigt, war Harald Riemer als designierter Bürgermeister präsentiert worden. Plötzlich, eine Stunde vor der Wahlsitzung, der FPÖ-Antrag auf Nominierung von ÖVP-Vize Birgit Ressl als Gegenkandidatin. Die 17 Stimmen, mit denen Riemer schließlich doch die Mehrheit erreicht hat, könnten idealerweise aus der eigenen Fraktion stammen – müssen und tun es aber nicht. Dass hier einige gegen den Parteibeschluss gestimmt haben, ist ein offenes Geheimnis.

Ein Szenario, das unangenehm an die Streitigkeiten rund um die Nachfolge von Bürgermeister Ressl erinnert, die zu einer jahrelangen Spaltung der Partei führten. Diesen Teufel mag niemand an die Wand malen, dennoch werden sich einige ÖVP-Mandatare die Frage nach ihrer Loyalität stellen lassen müssen. Denn eines sollte die Purgstaller ÖVP gelernt haben: Auch schwelende Feuer muss man löschen. Sonst wird irgendwann ein Flächenbrand daraus.