Wählen gehen, trotz allem. Christian Eplinger über Politikverdrossenheit, Schuldzuweisungen und Wahlrecht.

Von Christian Eplinger. Erstellt am 10. Oktober 2017 (02:46)

Am Sonntag ist es wieder soweit: Österreich entscheidet über die Zukunft des Landes. Und der Appell ist vielerorts ein paar Tage vor den Wahlen oft derselbe: Machen Sie von Ihrem Stimmrecht Gebrauch.

Selbst wenn dieser Wahlkampf die Politikverdrossenheit zusätzlich geschürt hat, man über viele Aussagen unserer Volksvertreter nur den Kopf schütteln kann und Schmutzkübelkampagnen und Schuldzuweisungen die eigentlich wichtigen Themen weit überlagert haben. Völlig verkehrt wäre es, deswegen auf das Wahlrecht zu verzichten und am 15. Oktober zu Hause zu bleiben. Das Wahlrecht ist ein Grundpfeiler der Demokratie. Wir dürfen es nicht preisgeben, auch wenn die Politik uns die Wahl nicht leicht macht.

Übrigens: Sie können „die da oben“ bei ihrer Stimmabgabe auch beiseite lassen und nur auf Regionalwahlkreisliste eine Stimme vergeben. Denn was den Wahlkampfstil betrifft, können die Parteispitzen von den regionalen Kandidaten lernen. Die haben auf Untergriffe verzichtet. Das ist auch gescheit. Denn es kommt der Tag nach der Wahl, an dem man wieder zusammenarbeiten muss.