Weil Alternative einfach fehlt. Christian Eplinger über die Schließungen kleiner Bankstellen.

Von Christian Eplinger. Erstellt am 16. Januar 2018 (05:00)

Ein anonymes Schreiben sorgt seit Donnerstag für Aufregung in der Region. Just in der Woche, in der Raiffeisen den Auftakt zum Jubiläumsjahr 200 Jahre Friedrich Wilhelm Raiffeisen beging, machte sich die Kunde breit, dass die Raiffeisenbank Mittleres Mostviertel bis zu elf kleinere Filialen in den Bezirken Scheibbs, Melk und St. Pölten-Land schließen will.

Der Aufschrei der betroffenen Bürgermeister ließ nicht lange auf sich warten, auch wenn für manchen dieser Schritt nicht ganz so überraschend kommt. Kleine Bankstellen – oft nur an zwei bis drei Halbtagen pro Woche besetzt – sind für die Bank in erster Linie ein Kostenfaktor. Für die Gemeinden aber sind sie trotzdem wichtige Infrastruktureinrichtungen. Die Bank ist Nahversorger und oft auch Kommunikationszentrum, vor allem für die ältere Generation.

Allen Beteuerungen zum Trotz, die älteren Bankkunden bleiben bei der Schließungswelle auf der Strecke. Denn Ing-DiBa und Co. sind für sie keine Alternative. Und andere Bankstellen gibt es in den betroffenen Orten schon länger nicht mehr. Auch dessen ist sich die Raiffeisenbank durchaus bewusst.