Weil es ohne nicht geht. Armin Grasberger über den Zwang zur Investition im Unterhaus.

Von Armin Grasberger. Erstellt am 29. Januar 2019 (03:09)

Irgendwie war in den letzten Jahren doch ein Umdenken zu spüren. Die gern gedroschene Phrase „Wir setzen auf junge, einheimische Spieler“, verwandelte sich vielerorts vom reinen Lippenbekenntnis in einen tatsächlichen Leitgedanken. Schön war‘s, aber vorbei ist‘s.

Von immer mehr Funktionären war in den letzten Wochen und Monaten zu vernehmen: „Es geht nicht ohne.“ Gemeint sind (gut) bezahlte Fremdspieler, vornehmlich Legionäre. Jüngstes Beispiel ist der FC Göstling.

Das Tabellenschlusslicht der 2. Klasse Ybbstal hat auf den katastrophalen Herbst reagiert, drei Legionäre geholt und ein Urgestein zurück zum Verein gelotst. Neo-Sektionsleiter Thomas Füsselberger gestand im Gespräch mit der NÖN Erlauftal: „Das ist natürlich nicht das, was wir wollen. Aber es geht eben nicht ohne.“

Jetzt ist es für Außenstehende leicht, mit dem Finger auf Göstling zu zeigen und zu fragen, warum in der 2. Klasse drei Legionäre geholt werden. Die einfache Antwort: Weil es (fast) alle tun. Da kann die Nachwuchsarbeit eines Vereins noch so beherzt und gut sein, demografische Fakten mindern oft die Konkurrenzfähigkeit. Wer mithalten will, muss eben investieren. Auch im Unterhaus. Am Ende des Tages fühlt sich das aber, unabhängig vom Verein, nicht wirklich richtig an.