Wieselburg als das Standbein. Christian Eplinger über den Verkauf der ZKW Group an den Elektronikriesen LG.

Von Christian Eplinger. Erstellt am 01. Mai 2018 (05:00)

Also doch. Die südkoreanische Flagge weht über dem Wieselburger Stammsitz von ZKW. Lange ist ja schon spekuliert worden. Jetzt, exakt in seinem 80. Bestandsjahr, hat der führende Lichtsysteme-Hersteller aus Wieselburg einen neuen Eigentümer. Mit LG Electronics betritt ein „Neuling“ in diesem Segment die Bühne der Automativ-Zulieferer. Ein „Neuling“, der sich die Erfahrung und die Referenzen eines Premiumherstellers sichert. Und der in der Hinterhand einen milliardenschweren Tochter- und Mutterkonzern hat. Viel Potenzial, um den Bereich Licht bei selbstfahrenden Autos der Zukunft – und nicht nur dort – weiterentwickeln zu können.

Doch was bedeutet das für den Standort Wieselburg? Im Grunde darf man zuversichtlich nach vorne blicken. Mit LG ist ZKW nicht von einem Konkurrenten geschluckt, sondern von einem Partner auf Augenhöhe übernommen worden. Ein Partner, der dank ZKW nun einen Fuß in die Automobilindustrie Europas setzt. Diesen Fuß setzt man von Wieselburg aus. Dort steht das Standbein. Dieses selbst zu Fall zu bringen, wäre dumm. Vertragliche Garantien sind da fast nebensächlich.