Ohne sie würd‘ es finster. Über dis sich ändernde Rolle von Legionären im Unterhaus.

Von Armin Grasberger. Erstellt am 30. Juli 2019 (01:00)

Den Schwarzen Peter zu verteilen ist einfach. So ein Sündenbock eignet sich bestens dafür, komplizierte Sachverhalte auf einen knackigen Slogan zu reduzieren. „Die Legionäre sind schuld.“ Daran, dass die Kinder keine Lust mehr auf Fußball haben. Die Kicker aus den Nachbarländern nehmen ihnen nämlich die Plätze weg. Problem, Feindbild, (vermeintliche) Lösung. Einfach.

All jene, die sich näher mit der Problematik beschäftigen, werden allerdings recht bald feststellen, dass der Ansatz viel zu kurz greift. Ohne Legionäre würde es in manchen Gegenden nämlich schon finster ausschauen, was den Spielbetrieb angeht. Niedrige Geburtenraten bedeuten auch immer weniger potenzielle Kicker. Vereine aus kleinen Gemeinden merken das bei der Breite ihrer Kader deutlich. Die Legionäre füllen die Löcher auf. Und das für weniger Geld als junge Einheimische. Ein bissl wie im Pflegebereich.

Hat ein Verein Glück und findet gute Fremd-Spieler, kann das einen Motivationsschub für die eigene Jugend bedeuten. So wie gerade beim FC Göstling. Die Aussicht auf Erfolg, die ohne das Legionärs-Quartett nicht so hoch wäre, bringt die örtliche Jugend zu ihrem Club zurück. Und die Zuschauer ebenso. Die vermeintlich einfache Lösung greift, wie eigentlich immer, auch hier zu kurz.