Brasilien, Texas und das Ybbstal. Über Göstlings richtige Entscheidung.

Von Armin Grasberger. Erstellt am 08. Januar 2020 (02:33)

So ein Fußballverein ist ein empfindliches Werkl. Höchst sensibel. Läuft irgendwo auch nur das kleinste Radl unwuchtig, drohen eventuell fatale Konsequenzen. Ein perfektes Beispiel für den „Schmetterlingseffekt“. „Kann der Flügelschlag eines Schmetterlings in Brasilien einen Tornado in Texas auslösen?“, fragte einst der Mathematiker und Meteorologe Edward N. Lorenz. Die Unvorhersehbarkeit der Auswirkungen kleinster Änderungen auf die Entwicklung des Systems.

Beim FC Göstling wollte man nicht auf den texanischen Tornado warten und hat sich von Damian Misan getrennt. Die Harmonie innerhalb der Mannschaft, innerhalb des Vereins, war den Verantwortlichen mehr wert, als die Dienste des Führenden in der Torschützenliste der 2. Klasse Ybbstal. „Manche werden sich jetzt fragen, ob wir einen Vogel haben“, schmunzelte Thomas Füsselberger, Sportlicher Leiter des FC im Interview. Aber die Entscheidung der Göstlinger ist nachvollziehbar.

Ohne zu wissen, was genau passiert ist: Kurzfristiger Erfolg kann niemals wichtiger sein als die harmonisch-positive Entwicklung innerhalb eines Vereins. Auch wenn Misans Tore zu Beginn vielleicht fehlen mögen, die Stimmung im Club wird den Funktionären auf lange Sicht Recht geben.