Ein Coach mit Ablaufdatum. Armin Grasberger über den Abgang von Thomas Kern in Oberndorf.

Von Armin Grasberger. Erstellt am 04. Dezember 2018 (02:15)

Irgendwie hatte es sich angekündigt, das Ende der Ära von Thomas Kern beim SV Oberndorf. Auf einen hervorragenden Start in die neue Spielzeit folgte viel Leerlauf. Die Melktaler versanken nach dem Vize-Meistertitel aus der Vorsaison im grauen Mittelmaß der Gebietsliga West.

Eine Entwicklung, die nicht ganz unerwartet gekommen ist. Wichtige Offensivakteure verließen den SVO im Sommer. Die Rückkehr von Ivan Lacko vermochte das Loch im Angriff nicht vollends zu schließen. Kern wusste das, ließ sich davon aber nicht beunruhigen. Auch der Oberndorfer Vorstand verkündete bis zuletzt, dass man nicht daran denke, sich vom Langzeitcoach zu trennen. Zumindest offiziell.

Inoffiziell waren sich die Macher im Melktal einig, dass nach fünf Jahren frischer Wind von Nöten sei. Kern war ein Coach mit Ablaufdatum, hätte im Sommer gehen müssen. Das wurde klar kommuniziert. Er erklärte sich dennoch bereit, die Mannschaft im Frühjahr zu betreuen, revidierte dann jedoch seine Meinung. Vielleicht wollte er selbst einen Schlussstrich unter seiner Trainerkarriere ziehen, das Ende selbst bestimmen. Das ist zu akzeptieren. Oberndorfs Funktionäre tun dies auch. Diesen Status, diese Freiheit hat sich Thomas Kern in den letzten fünf Jahren erarbeitet.