Tohuwabohu im Amateursport

Über den möglichen „Kinoabend“ des SC Wieselburg.

Erstellt am 07. Oktober 2020 | 00:59
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Die Corona-Pandemie hält auch weiterhin den niederösterreichischen Amateurfußball in Atem. Aber nicht die Pandemie selbst sorgt bei den Vereinsvertretern für Kopfschütteln und teilweise Krisenstimmung, sondern die von der Politik getroffenen Maßnahmen zur Eindämmung.

So wie jene von der niederösterreichischen Landesregierung verordnete Weisung, Geisterspiele abhalten zu müssen, wenn die „Corona-Ampel“ auf orange steht. Anstatt zu jammern, geht der SC Wieselburg einen kreativen Weg. Um seinem treuen Publikum die Möglichkeit zu bieten, seinen Kickern auf die Beine zu schauen, wird die Eisstockhalle zu einem Kino umgewandelt. So wird der Sport zur Kulturveranstaltung, bei der 200 Zuschauer dabei sein dürfen. Wichtig: Alles geschieht in Absprache mit der Bezirkshauptmannschaft. Das Spiel soll per Livestream übertragen werden. Warum soll? Bei einer möglichen Rückstufung am Freitag von orange auf gelb dürfen die Fans sofort wieder auf die Tribüne. Bei aller Sorgfalt und Gesundheitsbewusstsein muss die Frage gestattet sein: 200 Personen im Freien sind mehr ansteckend als in einer Halle? Mit der Aktion konterkariert der Klub die Maßnahmen und zeigt das im Moment vorherrschende Tohuwabohu und die Absurdität der Verordnungen im Amateursport auf.