Wer bin ich? Und warum?. Armin Grasberger über die notwendige Sinnsuche des SV Scheibbs.

Von Armin Grasberger. Erstellt am 21. November 2017 (05:42)

Jetzt hat der verkorkste Herbst des SV Raika Scheibbs also sein erstes Opfer gefordert. „Ein Bauernopfer“, wie es Erich Mühlbacher, Sportlicher Koordinator der Bezirkshauptstädter, ausdrückt. György Toth, vermeintlicher Knipser, musste seinen Hut nehmen. Beim Blick auf die nackten Zahlen erscheint der Schritt nachvollziehbar. Fünf Tore in einer Halbsaison der 2. Klasse Alpenvorland sind halt ein bissl wenig.

Mühlbacher lässt im Interview auch durchklingen, dass Toth „von einigen Spielern nicht richtig akzeptiert worden ist“. Ohne die Interna der Schwarz-Weißen zu kennen: Gestörte Harmonie innerhalb einer Mannschaft ist quasi das Todesurteil aller sportlichen Ambitionen. So gesehen ist der Schritt ebenfalls nachvollziehbar.

Allerdings sind damit die grundlegenden Probleme in Scheibbs nie und nimmer bereinigt. Der SV weiß aktuell nicht so recht, wohin der Weg gehen soll. Keine Legionäre? Neue Legionäre? Angriff auf die Tabellenspitze in der kommenden Spielzeit? Konsolidierung und damit in Kauf genommener Rückfall in die Bedeutungslosigkeit? Auch wenn es vielleicht weh tut: Solange die Scheibbser grundlegende Fragen zum eigenen Selbstbild nicht beantwortet haben, wird es nicht wieder bergauf gehen.