Gaming: Tiefe Polit-Gräben bei Wahl spürbar . Renate Gruber wurde mit SPÖ-Stimmen zur Bürgermeisterin gewählt. ÖVP und FPÖ wollten Peter Bruckner.

Von Claudia Christ. Erstellt am 03. März 2020 (03:34)
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Die Mitglieder des Gaminger Gemeinderates mit Bürgermeisterin Renate Gruber (Mitte) und Vizebürgermeister Andreas Fallmann und den Vorstandsmitgliedern (vorne von links) Franz Ritzinger, Clarissa Schmitz, Peter Bruckner, Martina Spring, Simon Milleder und Karl Teufl.
Claudia Christ

Die politischen Gräben in Gaming sind tief. Das wurde bei der konstituierenden Sitzung am Donnerstag deutlich. Das politische Kräfteverhältnis zwischen der SPÖ (12 Mandate), der ÖVP (10) sowie der FPÖ mit einem Mandat wurde bei der Wahl des Bürgermeisters und Vizebürgermeisters voll ausgespielt. Nachdem die ÖVP auch Peter Bruckner für das höchste Amt in der Gemeinde vorgeschlagen hatte, wurde Renate Gruber allein mit den SPÖ-Stimmen (12:23) zur Bürgermeisterin gewählt.

In den Gemeindevorstand, der sich aus vier Mitgliedern der SPÖ und drei der ÖVP zusammensetzt, wurden Andreas Fallmann, Clarissa Schmitz, Martina Spring und Simon Milleder (alle SPÖ) sowie Peter Bruckner, Karl Teufel und Franz Ritzinger (alle drei ÖVP) gewählt.

„Ich werde in den nächsten 14 Tagen ein Gespräch mit der ÖVP und der FPÖ suchen, wie wir künftig voranschreiten werden.“Renate Gruber

Wie bereits vor der Wahl vermutet werden konnte, lautete die Stimmenverteilung bei der Wahl des Vizebürgermeisters 12:11 für Andreas Fallmann, der gegenüber des ÖVP-Vorschlages Peter Bruckner, das Rennen machte.

Neu aufgeteilt wurden die sieben Ausschüsse, nämlich in die Bereiche Schule, Soziales und Gesundheit, Wirtschaft und Kultur, Finanzen und Umwelt, Infrastruktur und Energie sowie Sport und Tourismus.

„Ich bedanke mich für das Vertrauen“, richtete die wiedergewählte Bürgermeisterin nach Ende der Sitzung die Worte an ihre Fraktion. „Wir haben schon sehr viel geschafft, aber es gibt auch noch sehr viel zu tun“, setzte sie fort und wünschte den neuen Gemeinderatsmitgliedern Rosemarie Wurm, Michaela Muckenhuber, Tristan Pils (alle ÖVP) und Sylvia Hess, Mario Pfaffenbichler und Simon Milleder von der SPÖ bei ihrer Tätigkeit alles Gute.

„Ich werde in den nächsten 14 Tagen ein Gespräch mit den beiden Obmännern der ÖVP und der FPÖ suchen, um festzulegen, wie wir künftig voranschreiten werden. Wichtig ist dabei aber immer, dass wir gemeinsam im Sinne der Bevölkerung arbeiten “, betonte Gruber.

Worte, die ÖVP-Obmann Peter Bruckner nicht besonders glaubwürdig erscheinen, wie er der NÖN am Tag nach der Sitzung berichtete. „Das ist auch der Grund, warum wir so abgestimmt haben und bei der Bürgermeisterwahl nicht für Gruber gestimmt haben, denn wir wurden wie üblich nicht eingebunden“, erklärt er die Vorgangsweise seiner Fraktion. Die ÖVP vertrete fast 50 Prozent der Gaminger und wollte nicht vor vollendete Tatsachen gestellt werden.

„Bei der Verteilung der Ausschüsse vermissten wir die Zusammenarbeit bis zuletzt. Da hieß es dann einfach, da wo ÖVP steht, da könnt ihr euch hinschreiben. Das ist für mich kein Miteinander“, sagt Bruckner. Kritik, die Renate Gruber nicht nachvollziehen kann: „Wir sind dem Wunsch der ÖVP, die Vorsitze der beiden Ausschüsse Sport- und Tourismus sowie Wirtschafts- und Kultur zu übernehmen, sogar entgegengekommen.“