Bezirk Scheibbs: Allzeithoch für Internetbetrüger

Erstellt am 23. Februar 2022 | 03:35
Lesezeit: 3 Min
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Die Cyber-Kriminalität hat auch im Bezirk Scheibbs im Vorjahr drastisch zugenommen.
Foto: shutterstock.com/NewAfrica
Cyberkriminalität stieg auch 2021. Erst am Freitag wurde jüngster Fall bekannt.
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Am Freitag ist ein erneuter Fall von Cyber Trading Fraud bekannt geworden. Ein 55-Jähriger aus dem Bezirk Scheibbs verlor durch Anlagebetrug im Internet einen hohen fünfstelligen Eurobetrag. Der Geschädigte hatte Ende Jänner über die Plattform „Nvestpro“ in Kryptowährungen investiert und Aktien angelegt. Unbekannte nahmen telefonischen Kontakt zu dem Mann aus dem Bezirk Scheibbs auf und eröffneten für ihn ein Konto bei einer deutschen Internetbank.

In der Folge wurde der 55-Jährige von „Nvestpro“ aufgefordert, seine österreichischen Bankdaten zwecks Legitimitätsprüfung zu nennen. Von diesem österreichischen Konto soll „Nvestpro“ dann mehrmals Geldbeträge auf das Internetbank-Konto überwiesen haben.

Nach der Aufforderung, 25.000 Euro für eine Versicherung zu bezahlen, wurde der 55-Jährige stutzig. Er fragte, wo sein Geld sei und versuchte, auf das deutsche Konto zuzugreifen. Ein Mitarbeiter der Internetbank eröffnete ihm dann, dass das Konto bereits gesperrt und das Geld behoben worden seien. Am Mittwoch erstattete der geschädigte Anleger schließlich Anzeige.

„Leider kein Einzelfall. Vor allem im vergangenen Jahr hat die Zahl der Cybercrime-Delikte und des Internetbetruges auch im Bezirk enorm zugenommen“, weiß Bezirkspolizeikommandant Thomas Heinreichsberger und mahnt ausdrücklich zu erhöhter Vorsicht bei Geld- oder Anlagegeschäften über Trading-Plattformen im Internet. Im Bezirk Scheibbs stieg die Anzahl der Internetdelikte im Vorjahr von 98 auf 175 Fälle, wobei vor allem bei erpresserischen Handlungen oder gewerbsmäßigem Betrug im Internet die Aufklärungsquote unter zehn Prozent liegt.

Anstieg aller angezeigten Fälle um 4,5 Prozent

Insgesamt gesehen ist die Kriminalitätsrate im Bezirk Scheibbs allerdings weiterhin auf einem niedrigen Niveau. Allerdings im Unterschied zum Landestrend, wo es einen Rückgang der strafbaren Handlungen um 3,4 Prozent gab, ist die Anzahl der angezeigten Fälle im Bezirk von 862 auf 901 Fälle gestiegen. Damit liegt man aber immer noch unter dem Wert von 2019 (1.024). „Vor allem die gewerbsmäßigen Einbruchsdiebstähle sind aufgrund der Lockdowns und verstärkten Grenzkontrollen auch im Vorjahr ausgeblieben. Wir hatten nur zwei Fälle – und beide sind geklärt“, freut sich Heinreichsberger.

Die Aufklärungsquote insgesamt ist allerdings im Bezirk von 62,4 Prozent auf 55,9 Prozent gesunken. Vor allem bei den Sachbeschädigungen, Diebstählen sowie Einbruchsdiebstählen liegt die Aufklärungsquote nur zwischen 36 und 21 Prozent. Eine 100-prozentige Aufklärungsquote gab es dafür bei den 49 Verstößen gegen das Suchtmittelgesetz. Zugenommen hat im Vorjahr auch die Gewalt in der Familie. Hatte es 2020 im Bezirk „nur“ 36 Wegweisungen oder Betretungsverbote gegeben, so stieg deren Anzahl 2021 auf 47.

Weiter zurückgegangen ist dafür 2021 die Zahl der vorsätzlichen Körperverletzungen: von 49 auf 41 Fälle.

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