Mehr Straftaten im Bezirk Scheibbs aufgeklärt. Steigende Zahl der Straftaten insgesamt, aber der Bezirk liegt mit 59 Prozent Aufklärungsquote im Spitzenfeld. Auch die Eigentumsdelikte gingen spürbar zurück.

Von Christian Eplinger. Erstellt am 21. Mai 2020 (04:36)
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr
LPD NÖ/Bezirkspolizeikommando Scheibbs Foto: Atstock Productions/shutterstock NÖN-Grafik: Bischof

Eine Steigerung bei den Straftaten ist für einen Bezirkspolizeikommandanten nie ein Grund zum Jubeln. Dennoch blickt Thomas Heinreichsberger recht zufrieden auf die Kriminalstatistik 2019 im Bezirk Scheibbs. „Wir haben zwar mit 1.024 angezeigten Fällen 2019 einen absoluten Höchstwert im Zehn-Jahresschnitt, aber gleichzeitig haben wir mit 59 Prozent auch einen Spitzenwert bei der Aufklärungsquote. Zusätzlich ist bei der Anzahl der Eigentumsdelikte – und hier vor allem im Bereich Einbrüche und Diebstähle, der das unmittelbare subjektive Sicherheitsgefühl beeinflusst – ein deutlicher Rückgang der Straftaten festzustellen“, erläutert der Bezirkspolizeikommandant im NÖN-Analysegespräch.

Bezirkskommandant Thomas Heinreichsberger analysierte für die NÖN die Kriminalstatistik.
LPDNÖ

Sehr erfreulich sei vor allem der Rückgang der Einbruchsdiebstähle in Wohnhäuser und Wohnungen. Hatte es hier 2018 noch 19 Delikte gegeben, so sank dieser Wert 2019 auf zwölf. „Unsere Streifentätigkeit in der Zeit der Dämmerungseinbrüche und die präventive Aufklärungsarbeit haben hier sicherlich etwas beigetragen“, lobt Heinreichsberger auch die Kollegenschaft. Mit 537 Delikten lag die Eigentumskriminalitätrate 2019 um 31 Fälle niedriger als 2018, aber dennoch ungefähr im Zehn-Jahresschnitt.

Dass die Gesamtkriminalität im Bezirk dennoch zugenommen hat, führt Heinreichsberger auf mehr Delikte bei strafrechtlichen Nebengesetzen wie Verstößen gegen das Waffen- oder Suchtmittelgesetz zurück. Bei letzteren sei es vor allem entscheidend, wie stark kontrolliert wird. „Da haben wir jetzt einige Kollegen, die sich darauf mit Erfolg spezialisieren“, betont Heinreichsberger. Bitter sei allerdings, dass auch die Gewaltkriminalität 2019 einen Spitzenwert erreicht habe. „Gerade in diesem Bereich kann man mit präventiven Maßnahmen nur wenig beeinflussen. Einzig positiv ist, dass wir hier bei einer Aufklärungsquote von 90 Prozent liegen. Ein absoluter Spitzenwert auch landesweit gesehen“, weiß Heinreichsberger.