Techno-Musik statt Oktoberfest-Flair?. Ö3-Disco beim Oktoberfest in der Vorwoche kam bei Nachbar nicht gut an. Das Oktoberfest-Thema sei verfehlt.

Von Anna Faltner. Erstellt am 13. Oktober 2018 (03:31)
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr
NOEN

Von einem Oktoberfest erwartet sich so mancher Steinakirchner zünftige Volksmusik und Weißwürste – bis maximal ein Uhr morgens. Dieser Wunsch blieb Thomas Wurzenberger in der Vorwoche unerfüllt. „Das war kein Oktoberfest, sondern eine Techno-Party. Bisher haben wir Anrainer das akzeptiert. Aber es wird immer größer und lauter. Irgendwann reicht es“, ärgert er sich.

Ein Häuserblock trennt ihn vom Festgelände, wo jährlich das Oktoberfest der Sportunion mit rund 2.000 Besuchern über die Bühne geht. Grund für die Aufregung: die Ö3-Disco am Freitag. „Meine Fenster haben gezittert, es war unmöglich, zu schlafen. Um halb drei Uhr habe ich die Polizei gerufen“, schildert Wurzenberger.

Kurz darauf war Schluss. „Um drei Uhr war die Musik aus, um vier Uhr haben wir die Leute nach Hause geschickt“, berichtet Obmann Franz Lechner von der Sportunion Steinakirchen. Von Beschwerden oder Kritik am Fest weiß er nichts. „Jeder kann zu mir kommen und mit mir sprechen. Aber das hat niemand getan“, sagt er. Das Bezirkspolizeikommando Scheibbs bestätigt die Beschwerde um 2.30 Uhr. Es blieb allerdings bei diesem einen Anruf.

„Fest ist nicht mehr das, was es einmal war“

Neben der Lautstärke war es vor allem die Art und Weise, wie das Fest gefeiert wurde, die den Nachbar stört. „Das Oktoberfest ist nicht mehr das, was es einmal war. Ich habe kein einziges Volkslied gehört, nur Bum-Bum-Musik.“

Wurzenberger betont, dass er Verständnis für die Jugend habe, appelliert aber an das Verständnis der Veranstalter für die Anrainer. „Bei dieser Lautstärke ist eine Wohngegend kein optimaler Standort“, meint er. Die Location gibt es seit 38 Jahren – also länger als die Wohnbauten. Ob es im nächsten Jahr wieder zünftiger wird oder bei der Ö3-Disco bleibt, will Lechner jetzt noch nicht verraten.