Musikfest Schloss Weinzierl: „Endlich können wir wieder spielen“

Der Pianist des Altenberg Trios Christopher Hinterhuber sprach mit der NÖN über das kommende Musikfest Schloss Weinzierl.

Erstellt am 27. Oktober 2021 | 11:56
erl43_altenbergtrio_c_NancyHorowitz
Das Altenberg-Trio besteht aus Ziyu He an der Violine, Christopher Hinterhuber am Klavier und Christoph Stradner am Violoncello (von links).
Foto: Nancy Horowitz

NÖN: Wie lange war jetzt Corona-bedingte Pause beim Musikfest Schloss Weinzierl?
Christopher Hinterhuber:
Zuerst ist das Musikfest im Mai 2020 ausgefallen. Recht zuversichtlich haben wir dann für Mai 2021 geplant. Der Lockdown ab November 2020 nahm dann aber kein Ende und so haben wir, das Altenberg Trio und Amiram Ganz als künstlerische Leiter, gemeinsam mit der Gemeinde Wieselburg-Land einen Herbsttermin gefunden. Nach zweieinhalb Jahren Pause freuen wir uns sehr, dass das Festival von 29. bis 31. Oktober endlich wieder stattfindet.

Mussten Sie das Programm nach den Absagen neu planen?
Hinterhuber:
Ja, leider jedes Mal. Teilweise hatten die eingeladenen Musiker bereits andere Termine, teilweise passte für uns das Programm nicht mehr. Neu ist auch das dreitätige Musikfest mit drei Konzerten, normalerweise spielen wir an vier Tagen fünf Konzerte. Man muss mit Vorsicht planen.

Wie haben Sie den Stillstand durch Corona miterlebt?
Hinterhuber:
Es war natürlich schlimm, so lange nicht spielen zu können. In unserem Zyklus im Wiener Musikverein sind zum Beispiel vier von fünf Konzerten ausgefallen. Es ist zwar nur ein bedingter Ersatz, aber einiges kann auch digital stattfinden. Am 8. November spiele ich zum Beispiel mit einem vernetzten Bösendorfer-Computerflügel ein Konzert, das in Wien, New York und Helsinki gleichzeitig stattfindet.

Was erwartet die Zuseher beim heurigen Musikfest?
Hinterhuber:
Das verspricht ein Musikfest der Highlights zu werden, unter anderem weil das Programm auf drei Konzerte komprimiert ist. Wir haben zwei hochkarätige Gäste eingeladen: Die bekannte Klarinettistin Sharon Kam aus Deutschland und Alfredo Zamarra aus Italien, Solobratschist des La Fenice-Orchesters in Venedig.

Was wird gespielt?
Hinterhuber:
Haydn spielt natürlich eine Rolle, wir spielen zwei Klaviertrios. Neben Mozart, Schubert, Brahms wird unter anderem auch ein Trio von Nino Rota gespielt, der vor allem als Fellini-Filmkomponist berühmt war. Astor Piazzollas 100. Geburtstag feiern wir außerdem mit einem Klavierquintett, das ich dieses Jahr neu arrangiert habe.

Gibt es einen Ersatz für die ausgefallenen Konzerte?
Hinterhuber:
Einen direkten Ersatz gibt es nicht, jedoch erscheint eine CD-Aufnahme, die wir im Mai 2020 aufgenommen haben. Im Moment freuen wir uns jedoch vor allem auf die Konzerte am kommenden Wochenende.