Alpines Forschungszentrum Ötscher-Tormäuer

Naturpark startet gemeinsam mit ZAMG sowie der Donau-Universität Krems ein richtungsweisendes Projekt zur Erforschung von Klimawandelfolgen und Biodiversität.

Erstellt am 15. August 2021 | 07:02
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Im Rahmen der Klausur zum geplanten Forschungszentrum stand auch eine Gipfelbesteigung der Teilnehmer am Ötscher am Programm.
Foto: Naturpark Ötscher-Tormäuer

Im Zuge der Erstellung des Naturparkkonzeptes von 2017 bis 2019 wurde in einem intensiven Bürgerbeteiligungsprozess eine Vision für die Zukunft der Region gesponnen. Als eines der Leitprojekte aus diesem Prozess wurde die Idee zu einem Alpinen Forschungszentrum zu Klimawandel und Biodiversität in der Ötscher-Region entwickelt. Derzeit ist dafür eine Machbarkeitsstudie in Arbeit, die durch ein Förderprojekt des Bundesministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie unterstützt wird.

Bei einer ersten Klausur in Gaming wurden mögliche Unterstützer und Umsetzungspartner definiert sowie erste Planungsschritte festgelegt.

„Mit einem Forschungszentrum könnte die Region auch international zu einem Vorbild für klimafreundlichen Tourismus sowie einer gelungenen Regionalentwicklung werden.“ Renate Rakwetz, Bürgermeisterin in Gaming

In den nächsten Monaten wird sich der Naturpark gemeinsam mit seinen bisherigen Partnern, der Zentralanstalt von Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) sowie der Donau-Universität Krems (DUK) mit der Machbarkeitsstudie zum Alpinen Forschungszentrum zu Klimawandel und Biodiversität auseinandersetzen.

Die Studie soll zeigen, wie ein solches Zentrum am Ötscher und in Lackenhof etabliert werden kann, welche Szenarien Sinn machen und welche Umsetzungsschritte und Ressourcen dafür notwendig sind. Es soll herausgearbeitet werden, welche Beiträge ein Forschungszentrum zur Umsetzung des Alpinen Klimazielsystems 2050 und des Klimaaktionsplans 2.0 der Alpenkonvention in Richtung klimaneutrale und klimaresiliente Alpen bis zum Jahr 2050 leisten kann.

„Dramatische Bilder wie jene, die uns zuletzt aus Tschechien, Deutschland und Österreich erreichten, zeigen, wie wichtig es ist, dass Gefahrenpotenziale rechtzeitig erkannt und disziplinübergreifend bearbeitet werden“, sagt Andreas Schafhauser, Leiter der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG). Weiters soll untersucht werden, wie der Beitrag des Zentrums für zukunftsorientierte Entwicklungen im ländlichen Raum aussehen kann.

Renate Rakwetz, Gaminger Bürgermeisterin und Obfrau im Verein Naturpark Ötscher-Tormäuer, setzt große Erwartungen in das Projekt: „Mit einem Forschungszentrum zu Klimawandel und Biodiversität könnte die Region eine Vorreiterrolle in der Erforschung der mannigfaltigen Auswirkungen des Klimawandels übernehmen und auch international zu einem Vorbild für klimafreundlichen Tourismus sowie einer gelungenen Regionalentwicklung werden.“

Der Wissenstransfer zwischen den Forschern, Bürgern, Wirtschaftstreibenden, Landwirten, Grundstückseigentümern und Zivilschutzverantwortlichen werde dabei ein wesentliches Anliegen sein. Nun bleibt ein Jahr Zeit, um die Machbarkeitsstudie des Forschungszentrums zu prüfen. „Die Zeit drängt“, betont Rakwetz.