Ein Winter ohne Fuchswaldhütte droht. In Lackenhof sucht man einmal mehr Stein der Weisen. Familie Digruber will die 2012 vergrößerte Fuchswaldhütte verkaufen.

Von Christian Eplinger. Erstellt am 06. November 2016 (05:00)
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Die Fuchswaldhütte der Familie Digruber in Lackenhof am Ötscher, erst 2012 erheblich vergrößert, könnte im Winter 2016/17 geschlossen bleiben. Die Familie Digruber sucht einen Käufer.
FotoLois.com/Alois Spandl

Der Schritt fällt Franziska und Rudi Digruber alles andere als leicht: Nach 30 Jahren wollen sie die Fuchswaldhütte direkt bei der Talstation der Fuchswald- und Distelpiste in Lackenhof am Ötscher verkaufen.

„Wir schaffen es leider gesundheitlich nicht mehr, beide Gasthäuser zu betreiben und werden uns künftig auf unser Stammhaus bei der Ötscherwiese konzentrieren. Wir werden die Fuchswaldhütte in diesem Winter sicher nicht mehr aufsperren und hoffen, bis Saisonstart noch einen Käufer zu finden“, erklärt Franziska Digruber im NÖN-Gespräch.

Seit 1986 betreiben Franziska und Rudolf Digruber die Fuchswaldhütte. Erst vor vier Jahren haben sie diese komplett aus- und umgebaut. Jetzt verfügt die „Hütte“ über 150 Sitzplätze im Raucher- und Nichtraucherbereich sowie über eine Sonnenterrasse für weitere 150 Leute. Dennoch: Die Gesundheit geht bevor und macht diesen Schritt notwendig.

„Ein Winter ohne Fuchswaldhütte wäre tragisch.“

Bürgermeisterin Renate Gruber

„Das muss man einfach respektieren, wenngleich wir alle dies natürlich zutiefst bedauern. Denn Franziska und Rudi sind eine Lackenhofer Institution und die Fuchswaldhütte war dadurch auch ein Treffpunkt für die Einheimischen. Wir können den beiden nur alles Gute wünschen und hoffen, dass sie uns auf der Ötscherwiese noch lange erhalten bleiben“, sagt Bürgermeisterin Renate Gruber, die nun ebenfalls auf einen Käufer hofft. Denn ein Winter ohne Fuchswaldhütte wäre „tragisch“.

Das weiß auch Lift-Geschäftsführer Andreas Buder. Dennoch kann er in diesem Fall wenig ausrichten. „Es hat Gespräche gegeben, aber wir betreiben bereits zwei Gaststätten (Anmerkung: Ötschertreff und Eibenkogelhütte). Eine Dritte schaffen wir nicht, da es ohnehin schwierig ist, gutes Gastro-Personal für das Saisongeschäft zu bekommen“, weiß Buder. Während er im Ötschertreff in der Küche und im Service heuer auf das Leading-Team aus der Vorsaison zurückgreifen kann, wird es in der Eibenkogelhütte einen neuen Hüttenwirt geben.

"Mussten etwas abgeben"

Einen neuen Wirt wird es auch im Fuchswaldrestaurant der Familie Heher geben. Franz Heher hat das Lokal an Mustafa Abtelnabi verpachtet. Der Ägypter ist seit 27 Jahren in Österreich und hat zuletzt in Salzburg eine Pizzeria geführt. „Wir schaffen es als Familie nicht mehr, alle Betriebe zu führen, daher mussten wir etwas abgeben“, erklärt Franz Heher und will sich auf das Sportgeschäft samt Café und die Skischule konzentrieren. „Elke’s Schirmbar“ bei der Talstation des Großen Ötscherliftes wird die Familie Heher vorerst aber noch weiter betreiben.