Ötscher/Hochkar: Kein Geschäft am Berg zum Fest. Kein Glühwein, keine Bänke und keine Hüttengaudi – das Weihnachtsgeschäft am Berg wird heuer ganz anders als sonst.

Von Claudia Christ. Erstellt am 18. Dezember 2020 (10:18)

Der Saisonstart für die Skifahrer steht kurz bevor. Ab 24. Dezember werden auch die Lifte am Ötscher und am Hochkar das erste mal den Betrieb aufnehmen, und die Ersten die Pisten hinuntercarven. Jedoch mit einem Wermutstropfen, denn der Einkehrschwung wird fehlen. Dass es nicht möglich ist, sich bei Germknödel und Kaiserschmarrn aufzuwärmen, trübt nicht nur die Stimmung bei den Skifahrern, sondern auch bei Gastronomen.

Während Walter Zeilberger, Wirt des Ötscher-Schutzhauses noch überlegt, ob er seinen Kiosk überhaupt aktivieren soll (siehe Interview nebenan), suchen viele seiner Kollegen nach Möglichkeiten, den Skigästen kulinarisch etwas bieten zu können, und das trotz versperrter Restauranttüren.

Am Hochkar fand Gastronom Johannes Putz die Lösung in Form eines Foodtrucks, der bereits jetzt laufend im Einsatz ist. „Ab 24. Dezember werden wir täglich vor Ort sein und unsere Burger und amerikanischen Bagels sowie Getränke anbieten“, erklärt er. Um den reibungslosen Ablauf beim Verkauf zu gewährleisten und lange Menschenschlangen vor dem Truck zu vermeiden, hat sich Putz ein Online-Bestell- und Bezahlservice einfallen lassen. „Die Gäste können schon im Vorhinein ihr Essen völlig kontaktlos bestellen und auch völlig kontaktlos bezahlen, das verhindert auch große Menschenansammlungen“, meint der Gastronom, der auch in seinem Berghof eine Ausgabestelle einrichten möchte. Sitzgelegenheiten wird es aber keine geben, das Essen muss im Stehen und mit 50 Meter Abstand der Gastronomie verzehrt werden. „Um das sicher auftretende Müllproblem in den Griff zu bekommen, sind wir gerade daran, ein entsprechendes Konzept auszuarbeiten.“ Mehr Mistkübel sollten hier sicherlich eine Entschärfung bringen. Auch gilt es noch zu klären, wie viele WC-Anlagen geöffnet werden dürfen. „Es wird sicherlich genügend Möglichkeiten geben und die Toiletten bei der Mautstation und bei der Liftstation sind sowieso immer offen“, meint Putz.

Leere Betten zur Hauptsaisonzeit, das bereitet auch den örtlichen Beherbergungsbetrieben Sorgen. „Wir hätten eigentlich mit einer Öffnung zu Weihnachten gerechnet und wären da ausgebucht gewesen“, berichtet Markus Essletzbichler vom JUFA am Hochkar. Jetzt hofft er, dass der angepeilte Eröffnungstermin Corona-bedingt nicht mehr verschoben werden muss, „denn Anfragen haben wir auch bereits für Jänner und auch die Semesterferien einige.“ Er und sein Team stehen in den Startlöchern, „und bis es so weit ist, nutzen wir die Zeit, um das ganze Haus neu auszumalen.“

Abwarten heißt es auch im größten Hotel in Lackenhof für die Betreiber des Sporthotels, die Familie Matyas: „Dass um diese Zeit unsere 150 Betten leer bleiben, ist völlig ungewohnt für uns“, sagt die Betreiberin. Das Hotel beherbergt im Winter ausschließlich ausländische Gäste und Skigruppen. „Derzeit haben wir aufgrund der unsicheren Lage keine Anfragen, uns bleibt nur abzuwarten, wie sich die Lage weiter entwickelt.“