Ötscherdorf sucht neuen Kaufmann . Marktbetreiber Martin Selinger sucht einen neuen Pächter für seinen Nahversorgerbetrieb samt Pub und Café in Lackenhof.

Von Claudia Christ. Erstellt am 28. Juli 2020 (16:22)
Die Teichwies’n Alm von Martin Selinger mit Nahversorger, Pub und Café sucht ab sofort einen neuen Pächter.
privat/Christ

Seit sechs Jahren betreibt Martin Selinger mitten in Lackenhof sein Lebensmittelgeschäft samt Pub und Café. Nun hat er sich schweren Herzens aus gesundheitlichen Gründen dazu entschlossen, die Teichwies´n Alm abzugeben. „Ich muss einfach kürzertreten und suche deshalb ab sofort einen Nachfolger“, erklärt der 38-jährige Vater einer vierjährigen Tochter.

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Leicht fällt dem gebürtigen Wiener dieser Schritt nicht, betont der gelernte HTL-Ingenieur, der seinen Lebensmittelpunkt gänzlich in das Ötscherdorf verlegt hat: „Hier habe ich als kleiner Bub das Skifahren gelernt. 2014 habe ich dann die Chance genutzt, um mir hier etwas aufzubauen. Deshalb ist es mir ein besonders Anliegen, dass der Betrieb im Ort auch weiterhin bestehen bleibt.“

Die Voraussetzungen für den Nachfolger sind auf jeden Fall bestens. Denn am Gebäude selbst sind keine Umbauarbeiten notwendig. Das Inventar ist laut Selinger in bestem Zustand und vollständig vorhanden und auch die finanzielle Belastung des neuen Pächters würde sich mit einer Kaution von vier Pachtzahlungen in Grenzen halten. Zudem könnte die Ware unmittelbar übernommen werden.

„Mein Nachfolger kann von einem auf den anderen Tag weitermachen“, so Selinger. Pub, Geschäft und Café sind zudem sozialer und zentraler Mittelpunkt im Ort. „Es ist trotz saisonaler Schwankungen ein krisensicheres Geschäft. Besonders jetzt während der Coronakrise wurde bewusst, wie wichtig ein regionaler Nahversorger für Lackenhof ist“, betont der Unternehmer, der derzeit in den umsatzstärksten Monaten im Winter bis zu drei Vollzeitkräfte beschäftigt.

Selinger selbst hofft, bald den richtigen Interessenten für sein Objekt zu finden. „Zwei Anfragen gab es bislang bereits, entschieden ist aber noch nichts.“ Dennoch soll diese Entscheidung noch vor Start der Wintersaison gefällt werden. „Wenn sich bis dahin niemand gefunden haben sollte, dann muss ich ernsthaft darüber nachdenken, gänzlich zuzusperren“, bedauert er.

Ein Gedanke, den SP-Bürgermeisterin Renate Rakwetz zum jetzigen Zeitpunkt noch gar nicht aufkommen lassen möchte: „Ich bin ein positiver Mensch und hoffe, dass sich in den kommenden Wochen ein passender Nachfolger finden wird. Seitens der Gemeinde sind wir bemüht, Martin Selinger bei der Suche zu unterstützen. Dementsprechend werde auch ich meine Fühler ausstrecken.“