Verein könnte Nahversorger-Lösung bringen. Seit Ende September ist Lackenhof ohne Nahversorger. Die Nachfolger-Suche gestaltet sich für Eigentümer Martin Selinger schwierig. Vereinsgründung könnte Rettung sein.

Von Claudia Christ. Erstellt am 19. November 2020 (17:31)
Die Teichwies‘n Alm in Lackenhof am Ötscher sucht dringend einen Nachfolger.
privat

Am 29. September sperrte Martin Selinger sein Geschäft Nah&Frisch mit Bar und Café in Lackenhof zu. Seither sucht er für die „Teichwies‘n Alm“ einen neuen Betreiber. „Für uns ist das eine schwierige Situation, denn gerade jetzt während der Lockdown-Phase können wir nicht einmal die Grundversorgung im Ort kaufen“, sagt eine Bewohnerin.

Dass das Geschäft zum Start der Wintersaisons wieder aufmachen wird, ist eher unwahrscheinlich, denn einen potenziellen Interessenten gibt es bislang noch nicht. Eines ist für den Eigentümer der Liegenschaft, Martin Selinger, jedoch fix: „Es liegt sicherlich nicht an den Konditionen, aber wer so ein Geschäft übernimmt, der muss halt 24 Stunden täglich dafür arbeiten – und das wollen heutzutage die wenigsten.“

2.000 Euro Pacht, „solange die Coronamaßnahmen bestehen, kann man darüber aber auch noch verhandeln“, und eine Kaution von 8.000 Euro (vier Pachtbeträge) sollte der neue Kaufmann fix einrechnen. Damit der Pächter unabhängig bleibt, kann sich Selinger während Corona eine sechsmonatige Kündigungsfrist vorstellen. „Nach der Pandemie sollte der Pachtvertrag aber schon über zwei Jahre abgeschlossen werden“, erklärt er.

Seitens der Firma Kastner von Nah&Frisch heißt es: „Wir sind natürlich daran interessiert, den Standort in Lackenhof zu halten. Fakt ist aber, dass es nicht ganz einfach ist, eine Person für einen Ort mit saisonalen Spitzen im Sommer und Winter zu finden. Aber wir glauben fest daran, und sind auch bereits mit der Gemeinde über mögliche Varianten im Gespräch“, erklärt Geschäftsführer Hannes Wuchterl.

Eine Lösung des Problems könnte laut Wuchterl die Gründung eines Vereines sein. Dieses (erfolgreiche) Konzept kennt man im Bezirk schon aus Reinsberg („Unser G‘schäft“). Um ein Grundkapital zu erzielen, könnten Bausteine von Bewohnern angekauft werden. Diese würden in den Folgejahren als Einkaufsgutscheine refundiert werden. SP-Bürgermeisterin Renate Rakwetz ist dieser Variante gegenüber aufgeschlossen: „Es gab schon Gespräche und in dieser Woche finden diesbezüglich noch weitere statt. Auch eine Vereinsobfrau hätten wir dafür schon gefunden.“