Von Sammlern und Modelbahnbauern. Karl Teufel hat sein Handwerks-Museum erweitert. Eine Tür weiter vergrößert August Etzler seine Modelleisenbahn-Anlage um den Erzberg.

Von Claudia Christ. Erstellt am 11. April 2021 (05:55)

Nostalgie pur ist beim Betreten der ehemaligen Volksschule in Lackenhof zu spüren. Im ersten Stock des Schulgebäudes hat Karl Teufel seit 2014 sein Museum „Alte Handwerkskunst – neu erlebt“ eingerichtet.

Hier scheint die Geschichte der Holzfäller und Handwerker sowie das Leben der Lackenhofer zum Greifen nah. Neben alten Schleifsteinen, Hobelbänken und Wagenhebern hat der 77-Jährige in den vergangenen 50 Jahren auch viele alte Fotos und Bücher, zahlreiche Modelle von Holzskiern und historisches Werkzeug zusammengetragen. „Manche Teile habe ich am Flohmarkt erstanden, andere wurden mir zugetragen, aber von jedem Teil kenne ich die Geschichte, die dahinter steckt“, erzählt Teufel.

„Jetzt ist aber Schluss mit dem Sammeln.“ Karl Teufel hat einen festen Vorsatz.

In fachmännischer Handarbeit und viel Liebe hat der Zimmermeister alle seine Schätze repariert, aufbereitet und beschriftet. Besonders stolz ist er auf das älteste Stück seiner kleinen Ausstellung, einen Zimmermannswinkel aus dem Jahre 1777. Aber auch kuriose Teile finden sich im Museum wieder, wie ein Teil des Lackenhofer Hallenbades, das im März 1993 eingestürzt ist und eine alte Orgelpfeife aus der Basilika Mariazell.

In den vergangenen Monaten hat Karl Teufel aufgrund der vielen Exponate sogar sein Museum um einen Raum erweitert. „Jetzt ist aber Schluss mit dem Sammeln“, hat er sich strikt vorgenommen.

Bis vor Corona hat er das Museum zahlreichen Besuchern zugänglich gemacht. 2019 waren 500 Kinder hier, die eine Führung mitgemacht haben“, freut er sich. Gäste dürfen aktuell natürlich derzeit nicht in das Museum. „Sobald es aber möglich ist, bin ich gerne für kleine Gruppenführungen mit bis zu fünf Personen bereit“, meint er.

Eine Tür weiter kommen Modelleisenbahnfans voll auf ihre Kosten. Hier hat sich August Etzler einen Traum erfüllt: eine rund 30 Quadratmeter große Modellanlage.

Ein wahres Paradies für Eisenbahnfans

Seit siebeneinhalb Jahren baut er an seiner Miniaturwelt in der 14 Mini-Züge ihre Runden ziehen. „Alle Landschaften sind naturgetreu nachgebaut“, erklärt er. Und tatsächlich, beim genaueren Betrachten ist das Ötscherdorf, das nach alten Ansichten und Fotos hier wieder aufgebaut wurde, deutlich erkennbar. „Wichtig war mir, dass sich alle Jahreszeiten und das ländliche Leben in meiner Modelleisenbahn widerspiegeln.“ Lebenssituationen aus der Wachau und die weltberühmte Wallfahrtskirche Medjugorje hat er maßstabgetreu nachgebaut.

Begonnen hat die Leidenschaft für Modelleisenbahnen beim ehemaligen Wirten bereits in der Kindheit. „Mit sieben Jahren hab ich meine erste Eisenbahn bekommen – die fährt heute noch“, erzählt der 69-Jährige, der jede freie Minute an seiner Anlage herumtüftelt. „Es ist wie eine Sucht, wenn man damit angefangen hat, dann muss man immer weitermachen“, sagt er und zeigt auf sein aktuelles Projekt, den Erzberg mit der Erzberg-Rallye. Selbst die angeklebten Steine stammen vom Original. „Da die Rallye-Motorräder nicht zu bekommen sind, lasse ich sie über einen 3-D-Drucker im Maßstab 1:57 herstellen. Danach will ich noch eine Sprengung simulieren und eine Videowall anbringen.“

Insgesamt 8.000 Arbeitsstunden hat Etzler bereits in seine Modellanlage investiert, und noch unzählige werden folgen.