Schnee aus Lackenhof für TV-Produktion. Wenn derzeit im ORF eine Stadt einen Mörder sucht und dabei tiefer Winter in Wien herrscht, dann stammt dieser Schnee aus dem Ötscherdorf Lackenhof.

Von Christian Eplinger. Erstellt am 19. Februar 2019 (03:20)
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1.400 Kubikmeter Schnee brachten die Lkws im Vorjahr vom Ötscher in Lackenhof zum TV-Dreh nach Wien.

Tiefer Winter in Wien. Kinder verschwinden. Vorerst spurlos, dann werden ihre Leichen gefunden. Für die Boulevardpresse ein gefundenes Fressen. Für die Polizei eine Serie von Niederlagen. Politisch ein Problem. Und gleichzeitig die lange ersehnte Chance für den ambitionierten Innenminister. Die Unterwelt schaltet sich ein. Der Kindermörder muss gefunden werden, damit alle anderen schmutzigen Geschäfte ungestört weitergehen können.

Das ist grob umrissen die Handlung von David Schalkos sechsteiligem und mit einem mehr als hundertköpfigen Starensemble besetzten TV-Event „M – Eine Stadt sucht einen Mörder“, die im Programm der 69. Internationalen Filmfestspiele Berlinale am 12. Februar seine Weltpremiere feierte und seit vergangenem Sonntag im ORF läuft. Die weiteren vier Teile des ins heutige Wien versetzten Filmklassikers von Fritz Lang aus dem Jahre 1931 laufen am Mittwoch, 20. Februar, sowie Freitag, 22. Februar, jeweils ab 20.15 Uhr in ORF eins.

1.400 Kubikmeter Schnee vom Ötscher

Mit über sechs Millionen Euro Budget war dieses TV-Event eine der aufwendigsten Koproduktionen von ORF, Superfilm und TV Now. Für die Spezialeffekte im Film war der gebürtige Wieselburger Tissi Brandhofer zuständig. Und er war es auch, der bei den Dreharbeiten im Jänner und Februar 2018 für genügend Schnee in Wien sorgen musste.

Dabei kam ihm ein alter Bekannter zu Hilfe: Andreas Sirninger von der J. Brandl GmbH in Wieselburg. „Wir hatten uns im Dezember 2017 zufällig nach langer Zeit wieder einmal getroffen und ein wenig über unsere berufliche Laufbahnen geplaudert. Am Montag, 29. Jänner 2018, hat dann um 7 Uhr früh plötzlich mein Telefon geläutet. Tissi hat nur gesagt: Wir brauchen morgen für einen Filmdreh in Wien Schnee. Kannst du den besorgen?“, erinnert sich Andreas Sirninger zurück. Ein paar Telefonate später war klar: Ja, Andreas kann.

„Ich habe mich sofort mit Ötscherlift-Geschäftsführer Andreas Buder kurzgeschlossen und dann einige Kollegen ins Boot geholt und am Dienstag sind schon die ersten vier Vierachser, zwei Hängerzüge und drei Sattelzüge beladen mit 350 Kubikmetern Schnee aus Lackenhof nach Wien unterwegs gewesen“, schildert Sirninger.

Vier Tage lang wiederholte sich dieses Spiel. Täglich waren die Transporter der Firmen Brandl, Pichler (Ybbsitz), Riedler (Amstetten) und Mitterbauer (Oberndorf) von Lackenhof nach Wien unterwegs. An den ersten beiden Tagen wurde der Schnee noch in Auhof bei der MA48 abgekippt und dann mit den Vierachsern in Wien verteilt. Am Donnerstag und Freitag ging es direkt zum Hafen in der Freudenau. „Im Grunde war es eine total verrückte, aber geile Aktion. Alle Beteiligten waren begeistert“, freut sich Andreas Sirninger schon auf die TV-Serie. „Klar schaue ich mir diese an. Schon in der Vorschau hat man einige Schauplätze gesehen, wo wir den Schnee abgelagert hatten.“

Auch für Lackenhof und den Ötscher waren die Schneetransporte im Vorjahr eine tolle Werbung. „Sie fanden eine Woche vor den Semesterferien statt. Wir haben die Lkws auch mit Transparenten von uns versehen. Die Schneetransporte haben in Wien und auf der Autobahn natürlich für Aufmerksamkeit gesorgt. Wir bekamen etliche Anrufe und auch einige Skigäste vor Ort haben uns darauf angesprochen“, schildert Ötscherlift-Geschäftsführer Andreas Buder.