Merkur in Wieselburg: Beschwerden verzögern Projekt. Projekt Merkur-Markt ist bau- und gewerberechtlich verhandelt. Nach Beschwerden ist Landesverwaltungsgericht am Zug.

Von Christian Eplinger. Erstellt am 07. November 2017 (05:00)
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Auf dieser Fläche des ehemaligen Raiffeisen Lagerhauses zwischen den Wohnhäusern in der Johann-Strauß-Straße (links) und dem Wieselburger Bahnhof soll der neue Merkur-Markt entstehen.
Eplinger

Mit einer Aussage gegenüber dem Handels-Fachmagazin „Regal“ ließ Merkur-Vorstand Harald Mießner vor Kurzem auch die Wieselburger Gemeindeverantwortlichen erfreut aufhorchen.

2018 will die Lebensmittelhandelskette Merkur drei neue Verbrauchermärkte in Niederösterreich eröffnen, verkündete Mießner. Neben Korneuburg und Gmünd steht dabei ein neuer Markt in Wieselburg am Plan.

Merkur im Kompakt-Format

Die drei neuen Märkte werden mit jeweils rund 1.300 Quadratmetern Geschäftsfläche und einem Warenangebot von 15.000 Artikeln erkennbar kleiner sein als die bereits bestehenden Merkur-Märkte. Diese führen auf 2.400 Quadratmetern 20.000 Artikel. „Abstriche machen wir bei Großgebinden und im Trockensortiment, wie etwa bei der Tiernahrung“, sagt Merkur-Vorstand Harald Mießner. Dafür werde man den Frische-Anteil erhöhen.

Dieses neue Kompakt-Format habe sich bewährt, „weshalb wir darin ein größeres Erweiterungspotenzial sehen als in herkömmlichen Filialen mit 2.000 Quadratmetern und mehr“, führt Mießner aus.

Darüber hinaus werde man die zwei neuen Märkte in Korneuburg und Wieselburg ohne Geschäfte der Drogeriefachmarktkette Bipa betreiben, die sonst oft den Merkur-Standorten angeschlossen werden. Merkur und Bipa sind Tochtergesellschaften des Rewe-Handelskonzerns.

Seit 7. Dezember 2016 positiven Bescheid

Wann in Wieselburg allerdings mit dem Bau des neuen Marktes am Lagerhaus-Areal begonnen wird, steht noch in den Sternen. Zwar gibt es seit 7. Dezember 2016 einen positiven bau- und gewerberechtlichen Bescheid der Bezirkshauptmannschaft Scheibbs, allerdings haben im Jänner 2017 drei Anrainer Beschwerde gegen diesen Bescheid eingelegt.

„Es sind sehr umfangreiche Beschwerden, die die Themenbereiche Verkehr, Lärmschutz, Geruchsbelästigung und Flächenwidmung betreffen“, erläutert Bezirkshauptmann-Stellvertreter Thomas Krenhuber auf Nachfrage der NÖN. Damit ist das Landesverwaltungsgericht Niederösterreich am Zug. Dort ist eine Entscheidung über diese Beschwerde noch ausständig.

Rewe könnte bauen, aber man wartet vorerst

Wieselburgs Bürgermeister Günther Leichtfried hofft, dass diese bis Weihnachten fällt – und vor allem natürlich, dass die Beschwerden abgelehnt werden.

„Der Merkur-Markt ist natürlich ein zentraler Bereich für die gesamte Weiterentwicklung am Lagerhaus- und Bahnhofsareal. Bevor es dort keine Entscheidung gibt, werden auch wir seitens der Gemeinde nichts machen“, sagt Leichtfried, der parallel dazu kurz vor dem Abschluss der Verhandlungen mit den ÖBB bezüglich der geplanten Park & Ride-Anlage und des Busbahnhofes steht.

Der Rewe-Konzern könnte zwar theoretisch auch ohne Entscheidung des Landesverwaltungsgerichts bauen, weil der Antrag auf aufschiebende Wirkung des Bescheides von diesem bereits abgelehnt wurde. Laut Konzern-Auskunft, wird Rewe dies aber nicht tun. Das Risiko wolle der Konzern nicht eingehen, hieß es von Anbeginn an.