Nach Ötscherlifte-Rettung: Lackenhof im Freudentaumel

Der Kampf hat sich für die Lackenhofer gelohnt. Die Freude über die Weiterführung des Liftbetriebes im Ötscherdorf groß. Die ersten Reaktionen.

Aktualisiert am 05. Dezember 2021 | 15:02
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Der 3. Dezember 2021 wird wohl in die Geschichtsbücher von Lackenhof eingehen. Nachdem die Bewohner gemeinsam mit der Bürgermeisterin Renate Rakwetz nach dem verkündeten Aus eine Woche lang für eine Weiterführung der Lifte gekämpft haben, kam am Freitagnachmittag die erlösende Nachricht von der Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner.

Das Land NÖ springt in die Presche und übernimmt die Anteile der Schröcknadel-Gruppe und führt den Betrieb weiter. Mehr dazu hier:

"Ich kann das Glück kaum fassen", sagte die Bürgermeisterin Renate Rakwetz in einer ersten Stellungnahme den Tränen nahe. Wir haben gemeinsam dafür gekämpft und Druck auf die Politik ausgeübt."

Mit den knapp 19.000 Unterstützungserklärungen der Petition "Rettet den Ötscher" und stundenlangen zähen parteiübergreifenden Verhandlungen wurde hier ein Umdenken bewirkt.  Davon ist  auch der Obmann vom Tourismusverband Walter Pöllinger überzeugt: "Wir sind extrem erleichtert, dass unser Aufschrei etwas bewirkt hat. Jetzt heißt es den Schwung mitnehmen auch für mögliche Investoren, ausrasten können wir uns nicht."

Besonders heftig war die vergangene Woche auch für Unternehmer Franz Heher. "Ich hab die Hoffnung schon aufgegeben. Jetzt fällt mir ein Riesen-Stein von Herzen", sagt er und bedankt sich für das gemeinsame Engagement bei  der Bürgermeisterin sowie Skischul-Betreiber Michael Nendwich " und natürlich bei allen Lackenhofern, denn eines hat die Krise gezeigt, wenn es hart auf hart kommt, dann halten alle zusammen."

Mit der Übernahme des Landes NÖ wurde für die Bewohner die einzig vernünftige Lösung gefunden. "Das ist unsere Chance in den nächsten zwei Jahren Ideen und Projekte zu entwickeln und die Rahmenbedingungen für die Zukunft von Lackenhof zu schaffen."

„Vorweg vielen Dank an die Landeshauptfrau und Landesrat Danninger sowie an Markus Redl für den Einsatz für unsere Region. Damit ist temporär die Zukunft gesichert! Der Schuss vor den Bug hat klar gemacht, dass jetzt die Region, die Gemeinde und vor allem wir Unternehmer gefordert sind, um Lackenhof touristischer weiterzuentwickeln“, sagt Skischul-Betreiber Nendwich.

"Es war über die Parteigrenzen hinaus eine große Leistung, dass wir das gemeinsam geschafft haben, meint VP-Landtagsabgeordneter Anton Erber, der sich für die Lösung stark gemacht hat.  Das gilt auch für LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf, der sich dem Vernehmen nach im Hintergrund für den Erhalt der Lifte in "seiner" Region eingesetzt hat. 

Der Landesskiverband NÖ freut sich darüber, dass die Lifte in Lackenhof weitergeführt werden. Damit steht uns allen dieses für den nö. Skisport so besonders wichtige Trainings-, Renn- und Breitensportgebiet wieder zur Verfügung. Präsident Wolfgang Labenbacher: „Herrn Landesrat Danninger und allen Verantwortlichen kann ich zur Lösung, dass sowohl Hochkar als auch Lackenhof nun allein in einer Hand sind, nur beglückwünschen. Ich bedanke mich auch ausdrücklich, dass wir als Landesskiverband in dieser schwierigen Situation gehört worden sind. Der SK Lackenhof, die Vereine der Region, unsere verschiedenen Kader, die beiden Leistungszentren und hoffentlich viele Kids werden mit Freude das Training, den Rennbetrieb und den Skisport auf der Distelpiste und am Ötscher wieder aufnehmen.“

„Mein großer Dank geht an das Land NÖ Lackenhof so zu übernehmen und für die nächsten zwei Jahre den Skibetrieb zu sichern. Viele Telefonate und Videokonferenzen waren notwendig, um zu diesem Ergebnis zu kommen. Ich freue mich jetzt schon auf die ersten Schwünge in Lackenhof“, sagt Vizepräsidentin und Doppelolympiasiegern Michaela Dorfmeister. „Wir sollten uns aber alle bewusst sein, dass unsere nö. Skigebiete nur dann Sinn machen, wenn wir selbst sie nutzen“, meint Labenbacher abschließend.